Montag, 11. Januar 2010

Australien - Sydney und Darwin

Nachdem Basti unser Auto uebernommen hatte, brachte er uns von der Zulassungsstelle wieder zurueck nach Kings Cross. Hier hatten wir bereits am Vortag ein Hostel reserviert in dem wir bis zu unserem Abflug bleiben sollten. Nach drei Monaten und ueber 13000km in einem Auto schaetzt man wieder die einfachsten Dinge. Gerade ein Badezimmer fehlte uns in dieser Zeit am meisten und war schon fast zum Luxus geworden. Die Duschen unseres Hostels waren ein Traum im Vergleich zu den sonst kalten oeffentlichen Strandduschen oder den Gemeinschaftsduschen der Autobahnraststaetten die wir uns mit den LKW Fahrern teilten. Gerade fuer Sonja war das Hostel eine starke Erleichterung, da die meisten solcher Rastplatzduschen ausschliesslich fuer Maenner gedacht waren und deshalb nur im aeussersten Notfall und mit groesserer Vorsicht von ihr mitbenutzt wurden.

Natuerlich hat so ein Hostel auch seine Schattenseiten. Mit einem vier Bett Zimmer kann man halt auch mal Pech haben und in diesem Fall war es genau so. Unsere zwei englischen Mitbewohnerinnen waren eher auf der Partyschiene und so bescherten sie uns die ein oder andere schlaflose Nacht. Aber man trifft natuerlich auch viele nette Leute. Wir verbrachten die meiste Zeit mit einem deutschen Paerchen, Lisa und Erik, die sich waehrend ihrer sechs monatigen Reise durch Neuseeland einen zweiwoechigen Urlaub in Sydney goennten. Teilweise noch mit Florian, einem dritten Deutschen der erst kuerzlich in Australien angekommen war und fuer ein Jahr bleiben will.

Mit Lisa und Erik feierten wir schliesslich auch Weihnachten am Strand von Coogee. Wir nutzten ein letztes mal den kostenlosen Gasgrill um unsere Kangaroo- und Rindersteaks zuzubereiten. Das war fuer uns unser erstes Kangaroosteak und wir waren sehr begeistert. Am Abend schauten wir noch zusammen einen Film auf dem Laptop an und dann war dieses aussergewoehnliche Weihnachten auch schon vorbei. Richtige Weihnachtsstimmung ist nicht aufgekommen, aber es war trotzdem schoen und fuer uns wieder einmal eine ganz neue Erfahrung.

Am darauf folgenden Tag verabschiedeten wir uns von allen. Nach vier stuendigem Flug erreichten wir am spaeten Abend Darwin und waren immer noch in Australien. Fuer die eine Nacht hier fanden wir auch schnell ein Hostel, da im Gegensatz zu Sydney hier gerade Low Season ist und wegen der Regenzeit fast alle Hostels leer waren.

Gleich am naechsten Morgen wollten wir alles sehen was es hier so zu sehen gibt. Also gleich mal in die Touristeninformation. Dort wurde uns das kostenlose Museum etwas ausserhalb der Stadt empfohlen. Ich erkundigte mich ausserdem wegen einer Statue von Charles Darwin. Und dann mussten wir auch schon in den Bus in Richtung Museum huepfen um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Als wir schliesslich am Museum ankamen, mussten wir leider feststellen, dass dieses am Boxing Day geschlossen hat. Wir aergerten uns etwas ueber die Fehlinformationen und beschlossen uns stattdessen den Botanischen Garten anzusehen. Naja da haetten wir uns schon etwas mehr erwartet, gerade weil diese Stadt den Namen des wohl bekanntesten Naturforschers ueberhaupt traegt. Aber es blieb ja noch die Statue. Die Dame in der Touristeninformation hatte uns den genauen Ort auf der Stadtkarte eingezeichnet und ich konnte es kaum erwarten neben Charles Darwin zu stehen. Doch auch hier wurden wir enttaeuscht. Wir suchten das ganze Areal ab und fragten uns von Einheimischen bis zu Hotelrezeptionen durch. Leider mussten wir schliesslich feststellen, das es in ganz Darwin keine einzige Charles Darwin Statue gibt. Irgendwie schon fasst lustig. Im Nachhinein haben wir dann erfahren, dass Charles Darwin wohl selbst nie dort war. Ein Besonders Lob an dieser Stelle an die freundliche Dame der Touristeninformation, die es immerhin geschafft hatte, uns den ganzen Tag zu beschaeftigen. Man koennte behaupten ein Tag waere mehr als genug Zeit um Darwin kennenzulernen.

Nun hiess es fuer uns Abschied zu nehmen, von Australien, einem Land, einem Kontinent und die Heimat unserer letzten drei Monate und damit einem viertel unserer Reise. Ohne Probleme haetten wir hier auch ein ganzes Jahr verbringen koennen. Und selbst dann haetten wir vorraussichtlich nicht alles gesehen. Fuer uns war das nur mal, um ein Gefuehl fuer Australien zu bekommen und wir koennen schon jetzt sagen, dass wir irgendwann nochmal hier her kommen wollen. Trotzdem koennen wir aber auch mit gutem Gewissen behaupten einiges gesehen zu haben und das reicht auch fuers erste. Australien ist wie eine eigene Welt. Sehr nahe an Europa aber doch wesentlich entspannter. Nach vier Monaten Karibik schaetzten wir die geregelten Verhaeltnisse. Es war wie eine Art Rast in fast bekannten Strukturen und Ablaeufen. Doch die letzten Wochen zogen sich etwas und fuer uns wurde es hoechste Zeit wieder mal die Tapeten zu wechseln. Die Akkus sind wieder voll. Wir sehnten uns schon gerade zu nach etwas neuem, etwas anderen und ungewohnten und vor allem nach etwas nicht ganz so westlichen. Deshalb verlassen wir Australien mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Als naechstes steht jetzt Indonesien auf unserem Programm und so gehts weiter nach Bali...

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Frohe Weihnachten!!!

Wir wuenschen Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage im Kreise eurer Familien. Ein guten Rutsch ins neue Jahr, ganz viel Glueck, Erfolg, Gesundheit und viele tolle Erlebnisse fuer 2010!

Samstag, 19. Dezember 2009

Australien - Bundaberg bis Sydney

Kurz nachdem wir Bundaberg verlassen hatten, haben wir Julia und Giang von der BP Crew zufaellig an einer Rastarea wieder getroffen. Schnell stand fest, dass wir zusammen Richtung Brisbane weiterreisen. Nun waren wir in guter Gesellschaft und fuehlten uns auch gleich weniger allein. Julia und Giang zeigten uns auf dem Weg die Kuestenstadt Noosa Heads, in der sie zuvor schon eine Woche verbracht hatten. Mit tollen Badestraenden, vielen Lagunen, schoenen Haeusern und einem Nationalpark, in dem wir wieder einmal auf einen Koala gestossen waren, ist die Stadt ein echtes Muss dieses Streckenabschnittes.

Als wir in Brisbane ankamen entschlossen wir kurzerhand auch noch die letzten drei Tage Australien fuer unsere neu gewonnenen Freunde mit ihnen zusammen zu verbringen und checkten auf dem Parkplatz ihres Hostels ein. So hatten wir einen legalen Stellplatz mitten in Brisbane und konnten auch die Einrichtungen des Hostels mit benutzen. Tagsueber gings zu Fuss durch die Innenstadt und abends wurde Kanaster gespielt. Die Abende konnten kaum lang genug sein und bei einheimischen Bier und dem guten Goon entstanden tolle Gespraeche.

Nach fast einer Woche trennten sich leider unsere Wege wieder und fuer die beiden ging es weiter nach Vietnam. Mit Heulen und Zaehneknirschen brachten wir sie noch zum Flughafen und hoffen nun auf ein Wiedersehen in Deutschland.

Vom Flughafen sind wir direkt bis Surfers Paradise gefahren und am naechsten Tag weiter nach Byron Bay. Ein kurzer Abstecher ins Inland fuehrte uns nach Nimbin der Hippihochburg Australiens. Hier wird alles noch etwas lockerer gesehn als anderswo und man fuehlt sich fast zurueckversetzt in die 70er Jahre. Der naechste Halt war Coffs Harbour und wir entschieden uns wieder fuer den Caravanpark in dem wir schon zusammen mit Florian genaechtigt hatten. Dort bin ich beim Schnorcheln auf einen Teppichhai gestossen der natuerlich fotografiert werden musste.

Auf dem weiteren Weg nach Sydney hielten wir noch in "South West Rocks", "Forster" und "Newcastle". Am spektakulaersten war dabei noch die Schnorchelei, alles andere war einfach nichts mehr neues. Wir fuehlten uns auch als haetten wir eigentlich schon alles an der Ostkueste abgegrast und deshalb verbrachten wir die Tage gemuetlich am Strand ohne das Gefuehl zu haben etwas zu verpassen.

Dann trudelten wir endlich in Sydney ein und machten uns auch gleich an die Arbeit unser Auto zu verkaufen. Tagsueber standen wir mit dem Auto in der Victoria Street, im Herz von Kings Cross wo wir einst selbst auf Autosuche gewesen waren, und abends gings zum schlafen nach Maroubra Beach. Schnell bildete sich auch hier die Abendrunde der Autoverkaeufer. Morgens brachen alle fast zeitgleich nach Kings Cross auf um die besten Parkplaetze vor den Hosteleingaengen zu ergattern. Nach fast einer Woche hatten wir unser Auto verkauft. Der Abschied viel etwas schwer, aber Basti, der neue deutsche Besitzer, wird sicherlich gut auf unseren kleinen KIA achten und mit ihm tolle Abenteuer erleben.

Fuer uns heisst es jetzt noch eine Woche Sydney im Hostel, Weihnachten am Strand und dann ab nach Indonesien...

Sonntag, 22. November 2009

Australien - Cairns bis Bundaberg

Nachdem wir den Florian wieder gut am Flughafen abgegeben hatten beschlossen wir die Ostkueste nach Sydney zurueck zu fahren und all die ausgelassenen Staedte mitzunehmen. Alternativ waere die Strecke nach Perth zur Auswahl gestanden aber erstens ist das etwas lang fuer die verbleibende Zeit und zweitens ist unser Auto in New South Wales registriert weshalb dort der beste Preis zu erzielen sein sollte. Die Strecke mitten durch den Kontinent erschien uns zu einseitig und zu dieser Jahreszeit auch deutlich zu heiss.

Also war der erste Stop Mission Beach von dem uns bereits viele Traveler vorgeschwaermt hatten. Auch uns hat es dort sehr gut gefallen. Wieder einmal ein echter tropischer Traumstrand. Leider ist das hier in Australien so eine Sache mit den Straenden. Wir hatten fast das Gefuehl als waeren alle tollen gesperrt. Zumindest die tropischen. Salzwasserkrokodile und Quallen, das sagt alles. Das Wasser ist hier eher trueb und laed deshalb eh nicht gerade zum planschen ein. In Mission Beach haben wir uns nochmal auf die Suche nach einem Kasuar gemacht aber leider auch hier erfolglos. Dafuer konnten wir aber an einer kostenlosen Verkostung regionaler, tropischer Fruechte teilnehmen. Wer hat den bitte schon mal was von einer Rollinia oder einer Sapodilla gehoert? Geschmeckt haben sie alle. Ausserdem hatten wir hier endlich Glueck, fuer die Sonja eher Unglueck, nachts auf eine Riesenspinne zu stossen. Als ich mir im Licht der Taschenlampe die Haende gewaschen hatte, ist sie mir aufgefallen das mich etwas an der Hand gekitzelt hatte. Naja, eigentlich auch kaum zu uebersehen. Schon am morgen des gleichen Tages hatten wir am Strand eine Beaked Seasnake gefunden. Die Nummer 6 der Top 10 Giftschlangen und damit ueber 100 mal giftiger als eine Diamantklapperschlange. Es wurde Zeit Mission Beach zu verlassen.

Ein kurzer Abstecher vom Bruce Highway brachte uns zum Wallaman Wasserfall, der mit seinen 268 Metern der hoechste einstufige Wasserfall Australiens ist.

Fuer Townsville haben wir uns diesmal etwas mehr Zeit gelassen. Wir standen drei Tage an einer BP Raststaette, zusammen mit sechs anderen Deutschen. Abends gab es Philosophische Gespraeche zwischen Kaese und Wurst mit Starbesetzung. Ein im Nebenfach studierter Philosoph, ein
bayrischer Metzgermeister, der auf seine Weisswuerste bereits Gold bekommen hatte und ein Schaedlingsbekaempfer machten gerade die Diskussionen ueber Vegetariertum erst richtig spannend. Es bildete sich eine Art BP Crew. Tagsueber waren wir meistens am Rockpool direkt am Strand mit quallenfreiem Meerwasser.

Unser Weg fuehrte uns ueber Mackey nach Rockhampton. Im freien Zoo dort haben wir dann endlich einen Kasuar entdeckt. Ausserdem gab es dort Wombats und wir konnten den Koala Alex streicheln. Das hat der Sonja gefallen.

Naechstes Ziel war Gladstone und hier wurde nach nun 10.000 gefahrenen Kilometern ein Oelwechsel und Oelfilterwechsel faellig. Also Oel und Oelfilter besorgt, dazu noch eine kleine Wanne und dann unters Auto. Anscheinend hat alles soweit gut geklappt da das Auto noch laeuft.

Weiter gings nach Bundaberg. Vielleicht dem ein oder anderen durch den beruehmten Rum ein Begriff. Ausserdem wird hier alkoholfreies Bier aus Ingwer gebraut. Schmeckt eigentlich wie eine normale Limo. Und endlich konnte ich auch wieder schnorcheln. Ganz ohne Krokodile oder Quallen, da wir bereits zu weit suedlich sind. Das war das erste mal schnorcheln in Australien. Sonja musste leider draussen bleiben, da sie bei einem der Tauchgaenge das Mundstueck ihres Schnorchels verloren hatte. Aber die Korallen waren auch etwas mager. Spaeter am Abend habe ich auf einer Toilette die so gefuerchtete Red Back Spider gefunden. Diese gehoert zur Gattung der „Echten Witwen“ und wird auch oeffter als braune oder schwarze Witwe bezeichnet.

Bald kommen wir nach Brisbane und danach wollen wir nochmal ab ins Hinterland und erhoffen uns dadurch ein bisschen Outbackerfahrung...

Mittwoch, 11. November 2009

Australien - Bowen bis Cairns

In Bowen wurden wir in der Touristen Information auf einen Flyer aufmerksam. "Australias best dive". Das klingt ja durchaus viel versprechend. Bei genauerem Hinsehen wurde schnell klar, dass es sich nicht etwa um einen Tauchgang am Great Barrier Reef handelte sondern um einen Tauchgang am Wrack der SS Yongala. Dieses Tauchgebiet wurde zu einem der Top 10 Wrackdives weltweit gewaehlt. Jetzt wollten wir natuerlich etwas mehr in Erfahrung bringen, da wir noch nie zuvor an einem Wrack getaucht waren.

Das Wrack der SS Yongala liegt auf sandigem Boden in einer maximalen Tiefe von 27 m. In etwa auf halben Weg zwischen Kueste und Riff. SS steht fuer Steam Ship und deutet schon darauf hin, dass es sich um ein aelteres Schiff handelt. Die Yongala war 1911 in einem riesigen Zyklon gesunken und riss alle der ueber 120 Passagiere mit in die Tiefe. Gefunden wurde sie erst ueber 50 Jahre spaeter. Diese Faktoren machen das Wrack einzigartig. Im Umkreis von mehreren zehn Kilometern ist nur Sand. Deshalb sind alle Fische mehr oder weniger an das Wrack gebunden. Ueber fast ein ganzes Jahrhundert konnte sich hier ein Lebensraum fuer allerlei Meeresbewohner bilden, den man nun bestaunen kann.

Jetzt hatten wir genug gehoert und wollten uns eine eigene Meinung bilden. Also haben wir gleich fuer den naechstmoeglichen Termin unsere Tauchgaenge gebucht. Das hiess fuer den Florian gleich am naechsten Morgen einen Introduction Dive zu machen, um seine Zertifizierung aufzufrischen und schon am darauf folgenden Tag sollte es dann auch fuer uns losgehen. Die Tauchbasis liegt am Alva Beach in der Naehe von Ayr, etwa eine Autostunde noerdlich von Bowen. Nachdem Florian seinen Introdive erfolgreich absolviert hatte, bekamen wir beim Abendessen einen Anruf von der Tauchbasis. Aufgrund technischer Probleme musste der Tauchgang abgesagt werden und der naechst moegliche Termin war vier Tage spaeter. Na Toll!

Jetzt hatten wir bereits Blut geleckt und wollten unbedingt zur Yongala tauchen. Wir bekamen einen Preisnachlass und beschlossen, trotz 200km Umweg, noch Townsville und Magnetic Island dazwischen zu schieben, um die vier Tage nicht zu verschenken.

Magnetic Island war wie eine Art Erholung von den sonst recht schnell wechselnden Stopps entlang der Ostkueste. Die Insel bietet mehrere tolle Straende und den ein oder anderen Wanderweg mit schoenen Aussichtspunkten, auf denen uns wieder einmal Koalas begegneten. Ausserdem gibt es eine ganze Kolonie Wallabees und abends kann man Possums beobachten die aufgrund ihrer Neugier sehr nah herankommen. Ich musste mich schliesslich von dem ein oder anderen heissgeliebten Kleidungsstueck trennen. Man koennte aber auch sagen, ich bereite mich langsam auf Suedostasien vor, um mich dort notgedrungen neu einzukleiden.

Dann war die lange Durststrecke ueberstanden und es konnte endlich mit dem Tauchgang losgehen. Nach einer ausfuehrlichen Einweisung in die Besonderheiten des Tauchplatzes brachte uns ein Landrover zum Strand. Dort wartete bereits das Schlauchboot auf uns und sollte von einem Traktor ins Wasser gelassen werden. Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten und etwas Warterei auf abnehmende Flut gings dann umso schneller Richtung Yongala.

Unser erster Tauchgang dort war ein spezielles Tieftauchtraining, welches fuer Taucher mit Open Water Zertifizierung erforderlich ist. Also runter auf den Grund. Die Sichtweite von etwa 15 Metern lies etwas zu wuenschen uebrig, machte die ganze Sache aber auch etwas spannender, da es schien als wuerden alle Fische sehr ploetzlich und nahe vor uns auftauchten. Schon beim Abtauchen begegnete uns ein Manta Rochen, mehrere Korallenschlangen, eine Muraene und unzaehlig viele grosse Fische, die in ganzen Schwaermen um das Wrack zogen. Manchmal wirkte es fast als wuerden sich die Waende des Wracks bewegen wenn eine der groesseren Stachelmakrelen ihr Glueck in einem riesigen Heringsschwarm versuchte. Die Massen an Fischen war unglaublich. Zig Napoleons, ein Stachelrochen mit ueber 2,5 Meter Durchmesser und ein Grouper im Kleinwagenformat waren sicherlich die Highlights der beiden Tauchgaenge.

Waehrend der Mittagspause hatte ich dann genug von den bis zu 3m hohen Wellen und beschloss die Fische mit meinem Fruehstueck zu fuettern. Drei mal! Ansonsten lief alles einwandfrei und es war auf alle Faelle ein erstklassiger Tauchtag. Abends mussten wir noch unseren Theoriekram abgeben und bekamen unser Tieftauchzertifikat.

Jetzt hatten wir keine Zeit mehr zu verlieren um nach Cairns zu kommen und dann von dort aus weiter nach Port Douglas. Wir waren ja noch nicht am Great Barrier Reef gewesen und das sollte sich nun aendern. Mit der Poseidon fuhren wir ans noerdlich gelegene Agincourt Ribbon Outer Reef, also an die Kante des Great Barrier Reefs. Diesmal hatte ich vorsichtshalber mal zwei Tabletten gegen Uebelkeit eingeschmissen. Mir ging es blendend und die Fische hatten diesmal Pech gehabt. Es standen drei Tauchgaenge an unterschiedlichen Riffen an. Alle waren sehr gut. Tolle Sichtweiten, schoene Korallen, leider etwas wenig Fische aber dafuer immer mal wieder ein Hai. Diesmal kamen wir um die babyblauen Stingersuits mit Faeustlingen und Haube nicht herum. Wie ein ueberdimensionaler Strampler. Spitze!

Im Endeffekt hatte sich der Werbeslogan auf dem Flyer der Yongala bewahrheitet, auf dem da stand: "Du wirst in einem Tauchgang am Wrack mehr Fische sehen als in 10 Tauchgaengen am Riff". Trotzdem moechte ich die Rifftauchgaenge nicht missen und sie waren durchaus ihr Geld wert.

Florian hatte nur noch drei Tage uebrig und so beschlossen wir nach Cape Tribulation zu fahren. Kaept'n Cook persoenlich gab der Region ihren Namen als er vor der Kueste mit seinem Schiff auf ein Korallenriff gelaufen war. Dieses Gebiet ist das einzige weltweit, indem zwei UNESCO Welterbe aufeinander treffen. Der tropische Regenwald von Cape York und das Great Barrier Reef. Die Straende sind toll aber leider wegen Krokodilen und Quallen nicht zum schwimmen geeignet. Den hier heimischen Kasuar, eine Art Strauss, haben wir auch nicht finden koennen.

Zurueck in Cairns hiess es fuer uns schliesslich Abschied nehmen. Von einem Kameraden, Freund und Bruder der immerhin einen Monat mit uns gereist war und mit dem wir nun viele gemeinsame Erlebnisse teilen. Die vier Wochen zusammen mit Florian haben uns sehr gut gefallen und uns der Heimat wieder etwas naeher gebracht.

Nun sind wir wieder auf uns allein gestellt.

Tja "The show must go on ..."

Mittwoch, 4. November 2009

Australien - Sydney bis Bowen, die Ostkueste ist lang!

Um den Florian recht herzlich in Australien zu empfangen, goennten wir uns ein Abendessen beim Burger King in der Naehe des Flughafens. Anschliessend liessen wir den Abend mit einem Glaesschen Goon ausklingen und tauschten dabei Stories der letzten fuenf Monate aus. Goon heisst, aus der Ureinwohnersprache uebersetzt, soviel wie Kopfkissen und ist ein 4-Liter-Tetrapack Wein fuer etwa 10 Dollar, den man nach dem Genuss zu einer Art Kopfkissen aufblasen kann. Nach vier Liter Wein ist das evtl. ganz hilfreich ...

Am darauf folgenden Tag stand natuerlich noch einmal Sydney auf dem Programm und diesmal ganz ohne Autokaufstress. Abends waren wir dann noch bei Jessica, einer Studienfreundin von Sonja, und ihrem Freund Jai zum Essen eingeladen. Hoch ueber den Daechern von Bondi Beach speisten wir mit einem traumhaftem Blick ueber die Bucht. In solch toller Umgebung schmeckte das erste Bier nach Monaten wieder besonders gut. Nicht zuletzt deshalb wollen wir uns auf diesem Wege noch einmal bei Jessica und Jai fuer ihre Gastfreundschaft bedanken.

Dann gings erstmal raus aus Sydney und das naechste Ziel hiess Blue Mountains - ein Nationalpark etwa eine Stunde westlich von Sydney. Die Daempfe der Eukalyptuswaelder tauchen die Bergketten in ein zartes Blau, daher der Name. Eine mehrere Kilometer lange, ungeteerte Strasse fuehrte uns zu unserem Campingplatz direkt an einem der vielen Lookouts ueber die Canyons. Die Landschaft war wirklich fantastisch und bot alles was das Wanderherz begehrte. Wir besuchten am naechsten Tag noch einen Wasserfall und bewegten uns dann endlich in Richtung Nordosten.

Der erste richtige Stop an der Ostkueste war Coffs Harbour. Dort verbrachten wir drei Tage bei Sonnenschein und versuchten mit einem, von anderen Backpackern geliehenen, Surfboard den Wellen zu trotzen. Das Ganze muss wohl von aussen recht lustig ausgesehen haben und auch wir mussten leider feststellen, dass es leichter aussieht als es ist. Die Angelei blieb ebenfalls erfolglos und so zogen wir weiter nach Byron Bay, dem oestlichsten Punkt des australischen Festlandes. Auch hier erwarteten uns tolle Straende und vom Leuchtturm aus konnten sogar einige Wale beobachten, die an der Kueste Richtung Sueden zogen. Byron Bay ist eigentlich als Hippihochburg und Partystadt bekannt, aber auch ohne durch gefeierte Naechte einen Besuch wert.

Auf dem weiteren Weg Richtung Norden wurde es immer trockener und waermer. Die Vegetation aenderte sich langsam aber stetig. Die Fluesse, ueber die wir fuhren, trugen immer weniger Wasser und wir begegneten immer oefter Schildern die auf hohe Brandgefahr hinwiesen. Kurz vor Brisbane ueberquerten wir die Staatsgrenze zu Queensland.

Brisbane selbst haben wir nur durchquert. Nach einer Nacht Zwischenstop in Redcliff gings dann bis Tin Can Bay. Hier kann man jeden Morgen freie Delfine direkt am Strand beobachten und sogar fuettern, genauer gesagt einen Delfin. Dieser wurde vor einigen Jahren von zwei Tigerhaien stark verletzt und konnte sich in die Bucht, Tin Can Bay, retten. Er wurde von den oertlichen Rangern wieder aufgepaeppelt und kommt seit dem jeden Tag. Manchmal bringt er noch den ein oder zwei andere Delfine mit und nur dieser eine und seine mitgebrachten Weggefaehrten duerfen gefuettert werden.

Dann endlich ueberquerten wir den Wendekreis des Steinbocks und nun sollten die Tropen und vor allem das Great Barrier Reef beginnen. Viel geaendert hatte sich dadurch nicht. Lediglich das Wasser war nun wesentlich ruhiger. Ab Rockhampton beginnt gerade in dieser Zeit auch das allseits bekannte Quallenproblem. Da gibt es zum einen den Box Jellyfish, also die Wuerfelqualle und zum anderen die wesentlich kleinere ebenfalls sehr gefaehrliche Irukandji Qualle. Und je weiter noerdlich man kommt umso mehr werden es. An den Straenden stehen ueberall Warnhinweise und fuer den Notfall steht eine Flasche Essig bereit, der ueber die betroffenen Stellen geschuettet Linderung verspricht. In Bowen haben wir uns dann sicherheitshalber mit sogenannten Stingersuits eingedeckt. Das sind sozusagen Ganzkoerper-Strumpfhosen in schwarz und leicht durchsichtig. In Deutschland waere so etwas sicherlich nur in Erotik Fachgeschaeften erhaeltlich. Wir hatten sie noch nicht an, jedoch sehen die aufgedruckten Bilder viel versprechend aus. Aber was will man machen? Sicherheit geht nun mal vor. Komisch ist nur, dass diese Anzuege anscheinend nur von Touristen gekauft werden, wenn ueberhaupt. Vielleicht auch nur von uns. Wenn man Glueck hat, sind an manchen Straenden extra Netze gegen Quallen montiert und so kann man auch ohne Stingersuit ins Wasser.

Auf dem Weg nach Bowen mussten wir natuerlich noch den Schnabeltieren im Eungella Nationalpark in der Naehe von Mackey einen Besuch abstatten. Uns begegneten ausserdem ein Waran, ein Dingo, Wildpferde, ein Emu und leider auch unzaehlige ueberfahrene Kaenguruhs, die hier alle hundert Meter am Strassenrand liegen. Nachts ist das mit dem Autofahren wirklich so eine Sache, weil man viele Kaenguruhs direkt an der Strasse sieht, die in die Scheinwerfer glotzen. Deshalb versuchen wir immer vor Einbruch der Dunkelheit unser naechstes Ziel zu erreichen.

Das mit dem Riff hatten wir uns bisher anders vorgestellt, da es sehr weit vor den Kueste liegt, etwa 200 km, und deshalb kaum oder nur unter sehr hohem Kostenaufwand zu erreichen ist. Das wird sich aber auch noch aendern. Je noerdlicher wir kommen umso naeher kommt das Riff.

Deshalb heisst es fuer uns jetzt Norden, Norden und nochmal Norden ...

Dienstag, 20. Oktober 2009

Australien - Sydney - Melbourne - Sydney

Am Tag unserer Abreise aus Fiji war draussen natuerlich wieder strahlender Sonnenschein. Wie sollte es auch anders sein? Umso schwerer fiel uns der Abschied. Auch die lange Menschenschlange an dem Check-In, die sich einmal durch den ganzen Flughafen schlaengelte und auf uns zu warten schien, machte die ganze Sache nicht wesentlich attraktiver. An den vier Schaltern wurden zwei Boeing 747-400 gleichzeitig abgefertigt und somit standen bestimmt 700 Menschen vor uns. Dank eines Systemfehlers dauerte das Ganze noch etwas laenger und nach drei Stunden in der Schlange gings dann endlich weiter. Ein Paerchen aus Melbourne, das in der Schlange hinter uns stand und mit der anderen Maschine flog, machte sich waehrend des Wartens ueber unsere Flugnummer FJ911 lustig und prophezeite uns in einen Wolkenkratzer zu stuerzen. Ich musste bei 911 an etwas ganz anderes denken aber egal...

Diesmal durften wir oben sitzen und der Flug verlief einwandfrei. Eine Stunde verspaetet kamen wir schliesslich in Sydney an. Wir entdeckten an einer Infotafel am Flughafen gleich ein passendes Hostel im Stadtteil Kings Cross mit kostenlosem Airporttransfer und ueberlegten nicht lange herum. Wir bekamen zwei Betten in einem Sechser-Dorm und fuehlten uns auch ganz wohl. Nachdem wir noch etwas die Gegend erkundet hatten wurde abends auf der Dachterasse, mit Blick auf die Skyline von Sydney, gegrillt.

Ohne viel Zeit zu verlieren machten wir uns gleich am naechsten Morgen auf die Suche nach einem Auto in dem wir zeitweise auch zu dritt Australien erkunden koennten, da schon drei Wochen nach unserer Ankunft Sonjas Bruder zu Besuch kommen sollte. Die Strassen von Kings Cross sind dafuer eigentlich ganz gut geeignet weil viele Backpacker ihre Autos weiter verkaufen wollen. Auch professionelle Autohaendler haben sich hier niedergelassen und sich auf das Geschaeft mit den Backpackern spezialisiert. Die meisten Autos sind relativ gut ausgestattet und man bekommt eigentlich alles was man fuer eine solche Reise braucht von Campingequipment bis zur Queensize-Matratze im Kofferraum. Viele Autos die hier ihren Besitzer waechseln, sind aelter als ich und haben Australien schon unzaehlige Male umrundet. Teilweise mit dem zweiten oder dritten Motor und man weiss nie, ob das Auto nun 300000 km oder 1300000 km gefahren ist, da die Kilometeranzeige ja nur sechs Stellen hat. Also ist Vorsicht geboten. Ausserdem kam fuer uns nur ein Van in Frage, der vorne drei Sitze und hinten genuegend Wohnraum bot. Dadurch war die Auswahl schon stark eingeschraenkt.

Nur waehrend der Suchpausen haben wir dann etwas Sydney unsicher gemacht. Spektakulaer war natuerlich der Sandsturm bei dem die ganze Skyline in einem orangenem Nebel verschwand.

Nach fast einer Woche haben wir dann gnadenlos zugeschlagen und uns fuer einen KIA Pregio entschieden, den wir von einem franzoesischen Tauchlehrer, der teils auf den Philippinen teils bei Frau und Kind in Sydney wohnt, uebernommen haben. Mit knapp 140000 km und Baujahr 2002 ein sehr junges Auto und bis auf die etwas verbeulte Seitentuer auch sehr gut in Schuss. Die erste Fahrt ging gleich mal zur NRMA, dem australischen ADAC. Dort haben wir erstmal eine KFZ-Haftpflicht abgeschlossen, die anders als in Deutschland hier keine Pflicht ist. Eine Personenhaftpflicht ist zum Glueck schon in der Registrierung enthalten sonst haette ich mich wahrscheinlich gar nicht getraut das Auto vom Fleck zu bewegen. Alleine die erste Fahrt auf der "FALSCHEN" (ich haette hier auch "Anderen" schreiben koennen, wollte ich aber nicht!) Strassenseite, ohne gegen materielle Schaeden Anderer versichert zu sein, war nervenaufreibend. Zusaetzlich haben wir uns auch noch die "Road Service" Mitgliedschaft geholt, also den ADAC.

Dann konnte es erst richtig los gehen. Unser Auto war vergleichsweise schlecht ausgestattet, da wir es wie gesagt nicht von einem Backpacker uebernommen hatten. Deshalb mussten wir uns erstmal ordentlich einrichten und welcher Platz waere dafuer wohl geeigneter als der gute alte IKEA. Unsere babyblauen Vorhaenge die wir aus Filzdecken selbst zusammengeschustert haben, sind sicherlich der innenarchitektonische Höhepunkt. Aber dafuer hab ich ja meine Spezialistin dabei.

Jetzt wurde es aber hoechste Zeit fuer uns in Richtung Melbourne aufzubrechen, da wir ja schon in zwei Wochen Besuch erwarteten und wieder in Sydney sein mussten. Also tourten wir die Kueste entlang bis Melbourne herunter. Es ging durch einige Nationalparks und auch ueber die tolle Bruecke, die manch einer vielleicht aus der Opelwerbung kennt. Auf dem Weg begegneten uns einige verschiedene Papageien, Kakadus und Kaenguruhs. Wir besuchten die kleinen Pinguine von Philipp Island und kamen schliesslich in Melbourne an.

Nach zwei Tagen dort gings auf zur "Great Ocean Road". Ein absolutes Muss! Die Landschaft ist wirklich spitze und im Hinterland gibt es viele Koalas die man aus naechster Naehe beobachten kann und der ein oder andere Regenwaldtrail lockt mit ueppiger Vegetation. Als erstes gings zu den 12 Aposteln. Dann uebernachteten wir auf einem kostenlosen Campingplatz mitten im Busch und auch dort hingen wieder Koalas ueber unserem Auto, die nachts lautstark auf sich aufmerksam machten. Am naechsten Tag haben wir uns noch die London Bridge angesehen bevor es wieder zurueck nach Melbourne ging.

Auf dem Rueckweg nach Sydney gings dann mitten durchs Land. Wir machten einen kurzen Abstecher nach Canberra, der Hauptstadt Australiens. Dort waren wir im Regierungsgebaeude, auf einer Blumenausstellung und im Botanischen Garten. Eine kostenlose Fuehrung dort brachte uns die einheimische Pflanzenwelt etwas naeher.

Schlussendlich kamen wir nach 14 Tagen und 3500 km zurueckgelegter Strecke wieder in Sydney an. Der NRMA Road Service hatte sich schon voll bezahlt gemacht, da wir an einem Tag eine Verbindungsschraube zwischen Schaltknueppel und Getriebe verloren hatten und direkt am darauf folgenden Tag platzte uns der Reifen bei Tempo 110 mitten auf dem Freeway. Kosten sind nur fuer den neuen Reifen entstanden und so war das ganze gerade noch zu verschmerzen.

Am Abend kam dann Sonjas Bruder nach einer 29 stuendiger Reise in Sydney an. Endlich mal wieder ein altes Gesicht aus dem normalen Leben. Nach ueber fuenf Monaten war die Freude natuerlich gross. Und jetzt gehts zu dritt vier Wochen lang die Ostkueste hoch.