Von Flores gings also mal wieder mit dem Bus weiter. Dank der vielen Schlagloecher und der schlechten Strassenbedingungen konnten wir diesmal beruhigt die Landschaft geniessen, da der Busfahrer zu einer langsamen Fahrweise gezwungen war. Wir erreichten schon gegen Mittag Belize City. Die knapp ueber 66.000 Einwohnern machen sie zur groessten Stadt in Belize. Die meisten Backpacker, wie auch wir, nutzen die Stadt nur als Sprungbrett um mit einer der regelmaessigen Faehren auf die noerdlichen Inseln zu kommen. Die Stadt ist unspektakulaer, schmutzig und sollte auch schnellst moeglich verlassen werden da auch hier die Kriminalitaetsrate sehr hoch ist. Nach einer Stunde am Faehrterminal gings dann mit dem Schnellboot nach Caye Caulker.
Mit etwa 1600 Einwohnern einer Breite von ca. 200 Metern und einer Laenge von ca. 1500 Metern ist diese Insel sehr ueberschaubar. Urspruenglich war die Insel wesentlich laenger jedoch wurde sie vom Hurrican Hattie geteilt. Der sogenannte Split begrenzt seitdem im Sueden die Insel. Trotz des zweitgroessten Barriereriffs der Erde direkt vor der Insel ist der Split der einzige attraktive Schnorchelspot in Caye Caulker. Das Riff liegt naemlich ca. 2000 Meter vor der Kueste und durch den starken Schiffverkehr ist es zu gefaehrlich um vom Strand aus erkundet zu werden.
Unser Hostel lag direkt am Strand was bei 200 Meter Breite ja kein Wunder ist. Der erste Eindruck war aehnlich wie bei einer der kleineren Inseln zwischen St. Vincent und Grenada. Also eine sehr entspannte Lebenseinstellung, viel Musik, noch mehr Rum und jede Menge Rastas mit entsprechender Ausdrucksweise. Jedoch gab es hier weder geteerte Strassen noch Autos und auch keine Berge. Man koennte sich die Insel wie ein langgezogenen Sandhaufen vorstellen. Kleine meist elektrische Fahrzeuge, wie man sie von deutschen Golfplaetzen kennt, sind hier das Haupttransportmittel und bewegen sich in etwas hoeherer Schrittgeschwindigkeit auf den drei Meter breiten Sandwegen.
Am naechsten Tag gings natuerlich gleich zum Schnorcheln an den Split. Hier ist kein Riff zu bestaunen sondern jede Menge Schrott. Der Hurrikan hatte anscheinend ein paar Haeuser mit versaenkt die nun von den verschiedensten Meeresbewohnern als Lebensraum genutzt werden. Wegen der starken Stroemung im Split wimmelt es nur so von Leben. Unter groesseren Kunststoffplatten haben es sich drei ausgewachsene Ammenhaie bequem gemacht die natuerlich wieder zu einem Fotoshooting gezwungen wurden. Sonstige Hoehepunkte waren Barakudas, grosse Jacks, verschiedene Kaiserfische und ein mir unbekannter Fisch der mit seinen Flossen auf dem Boden lief.
Nach einigem hin und her ueberlegen haben wir uns dann entschlossen "ES" zu tauchen. "ES" ist der Tauchspot der Tauchspots in Belize. Das "Great Blue Hole"! Das Bild, dass die meisten sofort mit Belize verbinden wuerden. Ein nahezu perfekt kreisrundes Riff mit 305m Durchmesser umgibt das 122m tiefe, dunkel blaue Loch. Vor der Eiszeit lag das ganze Gebiet ueber dem Meeresspiegel und war eine Hoehle. Diese viel durch den Anstieg das Meeresspiegels in sich zusammen und das Blue Hole erhielt dadurch seine heutige Form. In einer Tiefe von 40 Metern kann man deshalb zwischen Stalaktiten und Stalakmiten tauchen die eigentlich nur ausserhalb des Wassers entstehen koennen. In dieser Tiefe ist das Wasser fast schwarz. Ausser ein paar groesseren Riffhaien (3,5m) gibt es jedoch sonst recht wenig zu entdecken. Der Tauchgang ist fuer uns nicht so entspannt verlaufen wie erhofft. Wir waren beide etwas aufgeregt und mit dieser Tiefe nicht vertraut. Bilder gibt es auch keine da unser Unterwassergehaeuse dem Druck der Tiefe nicht gewachsen ist.
Die zweistuendige Bootsfahrt zum Blue Hole, bei der uns Delfine folgten, war der Grund warum dieser Tauchgang nur im Paket mit zwei weiteren Tauchgaengen angeboten wurde. Diese waren auf 18m festgelegt und wurden an zwei anderen besonderen Riffen des Lighthouse Atolls durchgefuehrt. Der erste am Half Moon Caye "The Wall" und der zweite am Long Caye "The Aquarium". Die Spitznamen verraten hier alles. "The Wall" ist ein Steilwandtauchgang entlang einer Riffkante und "The Aquarium" das Riff mit der groessten Artenvielfalt in Belize. Diese Tauchgaenge lagen uns wesentlich mehr und waren genau das was wir uns von Belize erhofft hatten. Tolle Sichtweiten, unglaubliche Farben und jede Menge verschiedenste Hart- und Weichkorallen die geradezu vor Leben strotzten. Ein toller Tauchtag der sich in unser Gedaechtnis gebrannt hat.
Wir genossen noch etwas das Inselleben und den Lebensstiel der Einheimischen. Wir fuehlten uns hier rundum wohl. Abends gings zusammen mit zwei Daenen, die auch schon mit uns am Blue Hole waren und im gleichen Hostel wohnten, zum Split um ein Paar Fische zu fangen. Die drei Black Snapper und ein Jack, die an den Haken gegangen waren, brachten wir zu einem der guten Fischrestaurants. Uns wurden deshalb nur die Beilagen berechnet und so liessen wir den letzten Abend auf Caye Caulker genuesslich ausklingen.
Belize wurde unseren grossen Erwartungen vollkommen gerecht. Tolle Straende, super Wasser, Sonne und total entspannte offene Menschen. Ganz nach dem Motto "Go Slow" welches hier auf dem ein oder anderen T-Shirt zu finden war. Die Menschen strahlten eine unglaubliche Zufriedenheit aus, obwohl die Verhaeltnisse bei weitem nicht luxurioes waren. Ein Einheimischer, der sich einmal zu unserer Angelrunde gesellte, wollte mich nachts bei extremer Stroemung in den Split scheuchen, weil mein Haken am Grund fest hing. Da er nur einen Haken habe wuerde er niemals die Schnur abreissen. Das erklaert die Verhaeltnisse. Trotzdem sind die meisten Haeuser in gutem Zustand was sicherlich am Tourismus liegt.
Jetzt wollen wir aber Mexiko nicht zu lange warten lassen...
Dienstag, 11. August 2009
Freitag, 7. August 2009
Guatemala
Wie der Titel dieses Textes bereits verraet, waren die Grenzen von Honduras wieder passierbar und wir konnten unsere Reise etwas verspaetet fortsetzen. Nach einer abenteuerlichen Busfahrt durch Honduras und El Salvador kamen wir kurz nach Mitternacht an der Grenze zu Guatemala an. Wir holten uns den Einreisestempel und danach war erstmal eine vier stuendige Schlafpause auf dem Parkplatz der Grenzstation angesagt. Alle Fahrgaeste suchten sich geeignete Plaetze rund um den Bus. Strasse und Gehsteige waren dafuer sehr beliebt. Wir bevorzugten die Gepaeckfaecher im unteren Teil des Busses um dort unsere Rucksaeke zu bewachen. So sparten wir uns eine Uebernachtung und kamen sehr frueh, wenn auch total uebernaechtigt, in Guatemala City an. Mit dem naechsten Chiken-Bus gings sofort weiter nach Antigua.
Antigua ist die dritte Kolonialstadt in Folge und in unseren Augen auch die Schoenste. Im Gegensatz zu Grenada und Leon ist die ganze Stadt in einem sehr guten Zustand, was sicherlich nicht zuletzt an den Touristenstroemen liegt, die immer wieder ueber Antigua herfallen. Viele kleine, geschmackvoll hergerichtete Parks laden zu kurzen Verschnaufspausen ein, waehrend man zwischen Ruinen und Kirchen die Highlights der Stadt erkundet.
Trotz des schwerst bewaffneten, allgegenwaertigen Wachpersonals ist staendige Vorsicht geboten. Manchmal sogar gerade wegen des Wachpersonals. Einem Englaender, mit dem wir die Abende in unserem Hostel verbrachten, wurde in der Bank von einer Bankwache das Geld aus dem Automaten gestohlen. Entgegen aller Erwartungen bekam er jedoch das Geld zurueckerstattet. Ein weiteres amuesantes aber nuetzliches Detail waren die kostenlosen Touristeneskorten durch die Polizei zu einem beliebten Aussichtspunkt oberhalb der Stadt.
Bei der Wahl unserer Reiseroute hielten wir uns wiedereinmal an die Highlights des Lonely Planets und so gings nach zwei Tagen weiter nach Rio Dulce.
Auf den Strassen regieren LKWs und Busse. Waehrend sich die normalen PKWs an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, fahren LKWs und Busse ganz unter dem Motto: "Man darf nicht schneller fahren als die Muehle mit aller Gewalt hergibt!". Da wird einem Angst und Bange. Aber nicht nur die Fahrweise, auch der schlechte Zustand der Fahrzeuge ist unvorstellbar. Wenn ein Reifenprofil abgefahren ist wird einfach ein geplatzter Reifen mit intaktem Profil daruebergeklebt. LKWs werden masslos ueberladen und ueberholen trotzdem selbst in Kurven ohne Sicht. Die Folge sind schwerste Verkehrsunfaelle von denen wir auf den ersten 200km Richtung Rio Dulce allein vier gesehn haben. Ein Wunder, dass wir unversehrt an unserem Ziel ankamen.
Rio Dulce ist nur noch ein Ueberbleibsel aus der Zeit als hier die einzige Faehre ueber den gleichnamigen Fluss Rio Dulce fuehrte. Heute thront die eher unspektakulaere groesste Bruecke Mittelamerikas mit etwas ueber drei Kilometer Laenge ueber der Stadt und macht sie zu einem Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Belize oder Mexiko. Jedoch kommt hier niemand wegen der Stadt sondern vielmehr wegen dem Fluss. Mit weit verzweigten Wasserwegen, umgeben von tropischem Regenwald fliesst er vom Lago de Izabel bis ins Karibische Meer im Osten des Landes.
Deshalb kam fuer uns natuerlich nur ein Hostel auf dem Fluss in Frage. Wir entschieden uns also fuer das Casa Perico, eine Unterkunft auf Stelzen mitten in sumpfigen Regenwald am Rand eines kleinen Seitenarms des Rio Dulce. Kleine Bungalows mit Daechern aus Palmenblaettern sind ueber ein System aus Holzwegen mit dem Haupthaeuschen verbunden. Wir bekamen unseren eigenen kleinen Bungalow mit Haengematte und Balkon. Drei Schweitzer Freunde haben sich mit dem Bau 2003 einen Lebenstraum erfuellt. In direkter Umgebung zu tollen Ufervillen der Schoenen und Reichen liegt hier seitdem ein Backpacker-Traumdomizil. Am naechsten Tag ging es dann mit einem der kostenlosen Kanus durch die Wasserwege. Einziger Nachteil waren die Moskitos und die hattens in sich.
Die naechste Etappe fuehrte uns nach Flores, eine Stadt mitten im Lago Peten Itza. Die Stadt ist "ganz OK" aber nichts besonderes. Jedoch, durch die Naehe zum absoluten Muss in Guatemala, naemlich der Maya-Staette Tikal und wegen der guten Anbindung nach Belize, fuer uns sehr attraktiv. Der See ist schoen und angenehm zum Schwimmen.
Der naechste Morgen begann fuer uns bereits um kurz nach vier Uhr. Wir hatten einen Trip nach Tikal gebucht und um einerseits eine moeglichst aktive Tierwelt vorzufinden und andererseits den touristischen Massen zu entgehen, haben wir uns fuer den fruehest moeglichen Termin entschieden. Wie sich herausstellte war dies eine sehr gute Wahl. Wir waren eine der Ersten bei den Tempeln und hatten sie somit mehr oder weniger fuer uns ganz alleine. Die Lichtverhaeltnisse und die Stimmung so frueh am Morgen waren gigantisch. Der ganze Komplex uebertraf unsere Erwartungen bei weitem. Vor allem die Tatsache, dass Menschen bereits 700v.C. zu solchen Bauwerken faehig waren ist faszinierend. Das besondere im Vergleich zu anderen Maya-Staetten ist, dass Tikal mitten im Jungel liegt. Waehrend man von einem Tempel zum naechsten schlaendert kann man die ganze Artenvielfalt des Nationalparks geniessen. Als wir Tikal gegen 12 Uhr verliessen kam uns ein ganzer Besucherstrom entgegen. Es wurde also hoechste Zeit zu gehn.
Nachdem wir Guatemala im Eilgang erlebt haben, koennen wir eigentlich recht wenig ueber Land und Leute berichten. Und das hat auch einen guten Grund. Zwar sind wir ohne groessere Probleme durchgekommen und moechten die Sache auch nicht weiter ueberspitzen trotzdem fuehlten wir uns hier nicht ganz so wohl. Die Kriminalitaetsrate ist wohl sehr hoch und vor Gewalt wird nicht zurueckgeschreckt. Man sieht hier auch sehr viele Waffen. Im Bus sass ein Mann neben uns, der waehrend der Fahrt immer wieder an seiner Pistole rumspielte. Sicherlich ist das ein Ueberbleibsel aus dem jahrelangen Buergerkrieg aber das macht die Sache auch nicht besser. Da uns aber nichts passiert ist, schaetze ich den Verkehr als Gefahrenquelle Nr. 1 ein. Eigentlich sehr schade, da Guatemala landschaftlich und kulturell einiges zu bieten hat.
Fuer uns ist nach eigener Einschaetzung jetzt der schwierigste Teil der Reise geschafft. Zumindest sprachlich geht es jetzt wieder bergauf und alle Laender mit denen wir uns nicht ganz so sicher waren haben wir bereits hinter uns gelassen.
Belize wir kommen...
Antigua ist die dritte Kolonialstadt in Folge und in unseren Augen auch die Schoenste. Im Gegensatz zu Grenada und Leon ist die ganze Stadt in einem sehr guten Zustand, was sicherlich nicht zuletzt an den Touristenstroemen liegt, die immer wieder ueber Antigua herfallen. Viele kleine, geschmackvoll hergerichtete Parks laden zu kurzen Verschnaufspausen ein, waehrend man zwischen Ruinen und Kirchen die Highlights der Stadt erkundet.
Trotz des schwerst bewaffneten, allgegenwaertigen Wachpersonals ist staendige Vorsicht geboten. Manchmal sogar gerade wegen des Wachpersonals. Einem Englaender, mit dem wir die Abende in unserem Hostel verbrachten, wurde in der Bank von einer Bankwache das Geld aus dem Automaten gestohlen. Entgegen aller Erwartungen bekam er jedoch das Geld zurueckerstattet. Ein weiteres amuesantes aber nuetzliches Detail waren die kostenlosen Touristeneskorten durch die Polizei zu einem beliebten Aussichtspunkt oberhalb der Stadt.
Bei der Wahl unserer Reiseroute hielten wir uns wiedereinmal an die Highlights des Lonely Planets und so gings nach zwei Tagen weiter nach Rio Dulce.
Auf den Strassen regieren LKWs und Busse. Waehrend sich die normalen PKWs an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, fahren LKWs und Busse ganz unter dem Motto: "Man darf nicht schneller fahren als die Muehle mit aller Gewalt hergibt!". Da wird einem Angst und Bange. Aber nicht nur die Fahrweise, auch der schlechte Zustand der Fahrzeuge ist unvorstellbar. Wenn ein Reifenprofil abgefahren ist wird einfach ein geplatzter Reifen mit intaktem Profil daruebergeklebt. LKWs werden masslos ueberladen und ueberholen trotzdem selbst in Kurven ohne Sicht. Die Folge sind schwerste Verkehrsunfaelle von denen wir auf den ersten 200km Richtung Rio Dulce allein vier gesehn haben. Ein Wunder, dass wir unversehrt an unserem Ziel ankamen.
Rio Dulce ist nur noch ein Ueberbleibsel aus der Zeit als hier die einzige Faehre ueber den gleichnamigen Fluss Rio Dulce fuehrte. Heute thront die eher unspektakulaere groesste Bruecke Mittelamerikas mit etwas ueber drei Kilometer Laenge ueber der Stadt und macht sie zu einem Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Belize oder Mexiko. Jedoch kommt hier niemand wegen der Stadt sondern vielmehr wegen dem Fluss. Mit weit verzweigten Wasserwegen, umgeben von tropischem Regenwald fliesst er vom Lago de Izabel bis ins Karibische Meer im Osten des Landes.
Deshalb kam fuer uns natuerlich nur ein Hostel auf dem Fluss in Frage. Wir entschieden uns also fuer das Casa Perico, eine Unterkunft auf Stelzen mitten in sumpfigen Regenwald am Rand eines kleinen Seitenarms des Rio Dulce. Kleine Bungalows mit Daechern aus Palmenblaettern sind ueber ein System aus Holzwegen mit dem Haupthaeuschen verbunden. Wir bekamen unseren eigenen kleinen Bungalow mit Haengematte und Balkon. Drei Schweitzer Freunde haben sich mit dem Bau 2003 einen Lebenstraum erfuellt. In direkter Umgebung zu tollen Ufervillen der Schoenen und Reichen liegt hier seitdem ein Backpacker-Traumdomizil. Am naechsten Tag ging es dann mit einem der kostenlosen Kanus durch die Wasserwege. Einziger Nachteil waren die Moskitos und die hattens in sich.
Die naechste Etappe fuehrte uns nach Flores, eine Stadt mitten im Lago Peten Itza. Die Stadt ist "ganz OK" aber nichts besonderes. Jedoch, durch die Naehe zum absoluten Muss in Guatemala, naemlich der Maya-Staette Tikal und wegen der guten Anbindung nach Belize, fuer uns sehr attraktiv. Der See ist schoen und angenehm zum Schwimmen.
Der naechste Morgen begann fuer uns bereits um kurz nach vier Uhr. Wir hatten einen Trip nach Tikal gebucht und um einerseits eine moeglichst aktive Tierwelt vorzufinden und andererseits den touristischen Massen zu entgehen, haben wir uns fuer den fruehest moeglichen Termin entschieden. Wie sich herausstellte war dies eine sehr gute Wahl. Wir waren eine der Ersten bei den Tempeln und hatten sie somit mehr oder weniger fuer uns ganz alleine. Die Lichtverhaeltnisse und die Stimmung so frueh am Morgen waren gigantisch. Der ganze Komplex uebertraf unsere Erwartungen bei weitem. Vor allem die Tatsache, dass Menschen bereits 700v.C. zu solchen Bauwerken faehig waren ist faszinierend. Das besondere im Vergleich zu anderen Maya-Staetten ist, dass Tikal mitten im Jungel liegt. Waehrend man von einem Tempel zum naechsten schlaendert kann man die ganze Artenvielfalt des Nationalparks geniessen. Als wir Tikal gegen 12 Uhr verliessen kam uns ein ganzer Besucherstrom entgegen. Es wurde also hoechste Zeit zu gehn.
Nachdem wir Guatemala im Eilgang erlebt haben, koennen wir eigentlich recht wenig ueber Land und Leute berichten. Und das hat auch einen guten Grund. Zwar sind wir ohne groessere Probleme durchgekommen und moechten die Sache auch nicht weiter ueberspitzen trotzdem fuehlten wir uns hier nicht ganz so wohl. Die Kriminalitaetsrate ist wohl sehr hoch und vor Gewalt wird nicht zurueckgeschreckt. Man sieht hier auch sehr viele Waffen. Im Bus sass ein Mann neben uns, der waehrend der Fahrt immer wieder an seiner Pistole rumspielte. Sicherlich ist das ein Ueberbleibsel aus dem jahrelangen Buergerkrieg aber das macht die Sache auch nicht besser. Da uns aber nichts passiert ist, schaetze ich den Verkehr als Gefahrenquelle Nr. 1 ein. Eigentlich sehr schade, da Guatemala landschaftlich und kulturell einiges zu bieten hat.
Fuer uns ist nach eigener Einschaetzung jetzt der schwierigste Teil der Reise geschafft. Zumindest sprachlich geht es jetzt wieder bergauf und alle Laender mit denen wir uns nicht ganz so sicher waren haben wir bereits hinter uns gelassen.
Belize wir kommen...
Sonntag, 2. August 2009
Nicaragua - Granada und Leon
Auf unserem Weg Richtung Norden liegen die beiden interessantesten Staedte des Landes denen wir natuerlich auch einen Besuch abstatten wollten. Zuerst gings also runter von der kleinen Insel, in den naechsten Chicken-Bus und entlang des Sees bis nach Granada.
Granada und Leon wurden beide 1524 von Francisco Fernandez de Cordoba gegruendet und sind dadurch die beiden aeltesten Colonialstaedte Nicaraguas. Durch die unterschiedliche geografische Lage haben sich diese Staedte jedoch auf verschiedene Weise entwickelt. Granada ist ueber den Lago de Nicaragua und den Rio San Juan mit dem karibischen Meer verbunden und war lange das Handelszentrum des Landes.
Leon dagegen liegt im vulkanisch aktivsten Gebiet Nicaraguas und wurde 1610 durch ein Erdbeben in Folge eines Vulkanausbruchs voellig zerstoert. Die Stadt wurde neben der damals bereits existierenden Indigo Hauptstadt Subtiva neu errichtet. Zur Kolonialzeit war Leon die Hauptstadt und somit das politisches Zentrum Nicaraguas. Seit je her stehen diese beiden Staedte in starker Konkurrenz zueinander.
Als wir in Granada ankamen war jedoch nichts von schoenen kleinen bunten Kolonialhaeusern zu sehen. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Wir mussten uns erst durch die dreckigen Strassen mit heruntergekommenen Haeusern bis zum Zentrum durchkaempfen. Das Zentrum an sich erinnerte uns an Old San Juan auf Puerto Rico, genau wie man sich eine Kolonialstadt vorstellt. Viele Kirchen, kleine Parks und tolle Haeuser in knallbunten Farben mit interessanten Innenhoefen. Anders als in Old San Juan wechseln hier die Gegenden schlagartig. Die Fassaden der touristischen Altstadt verblassen meist schon in den kleineren Gassen.
Die taeglichen Stromausfaelle waren eine amuesante Erfahrung. Das Gefuehl mitten im Supermarkt zusammen mit hunderten anderer Menschen auf einmal komplett im Dunklen zu stehen, nicht einmal die Hand vor den Augen erkennen zu koennen, war mir voellig fremd. Hier ist das alltaeglich und der Umgang damit ist fuer die meisten Menschen schon zur Rutine geworden. Fuer uns hiess es nur "Wertsachen festhalten".
Nach zwei Tagen ging es dann weiter zur Konkurrenz Leon. Auf dem Weg dorthin haben wir unsere lieb gewonnenen Reisekollegen Chrissie und Johannes leider viel zu schnell verabschieden muessen. Da sie weiter nach Corn Island reisen wollten hiess es fuer sie im Bus nach Managua unerwartet aussteigen und fuer uns sitzenbleiben. Jetzt waren wir erstmals in Zentralamerika auf uns allein gestellt und das ohne spanisch. Trotzdem schlugen wir uns bis nach Leon durch und fanden auch ohne Probleme ein passendes Hostel.
Leon ist noch etwas heruntergekommener als Granada. Ein leicht muffiger Geruch ist hier allgegenwaertig. Es gibt viele alte Kirchen die jedoch schon bessere Tage gesehn haben. Darunter auch die groesste Kathedrale Mittelamerikas. Als Sitz der aeltesten Universitaet des Landes und durch die historisch bedingte politische Rolle war Leon auch revolutionaeres Zentrum. An diese Zeit erinnern unzaehlige Denkmale und Wandgemaelde. Auf den Tag genau 50 Jahre nachdem eine Studentendemonstration hier durch das Militaerregime gewaltsam niedergeschlagen wurde standen wir auf selbigem Platz. Die vier getoeteten Studenten gingen als die Helden von Leon in die Geschichte der Revolution ein. Zu ihrer Gedenken gab es heute ein grosses Strassenfest.
Eigentlich wollten wir auch Leon nach zwei Tagen verlassen und sassen auch schon im Bus nach Guatemala. Jedoch mussten wir auf halben Weg zur Grenze nach Honduras wieder umkehren da diese vorruebergehend gesperrt war.
Ihr wisst ja, ein Mann mit aehnlichem Hut wie meiner, ehemaliger Praesident von Honduras der geputscht wurde weil er ein Gesetz zu seiner Wiederwahl erlassen wollte und aus dem Exil, in Nicaragua, zuruck nach Honduras einreisen wollte, um sich mit seinen Anhaengern zu vereinen und in die Hauptstadt zu ziehen... Puh! In einem Satz erklaert...
Komischerweise hatte sich die Bussgesellschaft nicht ueber die aktuelle Lage informiert obwohl schon am Vortag diese Sperrung bekannt wurde. Selbst wir wussten davon, uns wurde nur immer wieder versichert, dass dieser Buss trotzdem passieren koennte. Umso fremder erschien uns das Verhalten der Einheimischen Mitreisenden, die ohne Murren die Entscheidung akzeptierten umzukehren. Da wir unsere Fahrkarte zurueckbekommen haben war dies rein auf Kosten der Bussgesellschaft.
So eine instabile politische Situation hat uns gerade noch gefehlt vor allem da kein vorbeikommen an Honduras moeglich ist. Es gaebe wohl eine Moeglichkeit sich mit einem Schiff als Fischer verkleidet mit aufgeklebten Baerten an der Pazifikkueste von Insel zu Insel nach El Salvador zu hangeln. Aber ohne spanisch ist auch das zum Scheitern verurteilt. So mussten wir also noch zwei Tage in Leon ausharren bis der Bus den naechsten Versuch starten wollte.
Alles in allem bleibt uns Nicaragua als ein Land mit verschiedensten Eindruecken in Errinnerung. Zum Teil sehr freundliche, hilfsbereite und dankbare Menschen. Auf der anderen Seite viele Bettler, auch Kinder die sich oft auf das Betteln spezialisiert haben. Ein sehr bedrueckendes Gefuehl. Aber auch sehr stolze Menschen die zufrieden sind mit dem was sie haben. Besonders aufgefallen ist mir ein 19 jaehriger junger Mann der in unserem Hostel in der Nachtschicht arbeitet und mir stolz in gebrochenem deutsch sagte "Ich putze Schuhe" in Deutschland unvorstellbar. Die Tatsache, das Nicaragua eines der aermsten Laender der Welt ist bedeutet fuer die meisten hier, dass sie von weniger als 2 US$ pro Tag leben muessen. Kein Wunder also, dass es oeffter zu Diebstaehlen kommt, wenn ein Tourist mit einem Jahresgehalt in Form einer Kamera offen in der Hand durch die Strassen schlaendert. Die Denkweise der Menschen ist ganz unterschiedlich zu unserer Europaeischen. Es gibt hier keine festen Zeiten und auch nicht den staendigen Versuch alles bis ins kleinste Detail zu optimieren. Alles laeuft irgendwie seine Bahnen.
Nach fast zwei Wochen Nicaragua geht es etwas verspaetet auf nach Guatemala (zumindest wenn man dem Bussunternehmen traut)...
Granada und Leon wurden beide 1524 von Francisco Fernandez de Cordoba gegruendet und sind dadurch die beiden aeltesten Colonialstaedte Nicaraguas. Durch die unterschiedliche geografische Lage haben sich diese Staedte jedoch auf verschiedene Weise entwickelt. Granada ist ueber den Lago de Nicaragua und den Rio San Juan mit dem karibischen Meer verbunden und war lange das Handelszentrum des Landes.
Leon dagegen liegt im vulkanisch aktivsten Gebiet Nicaraguas und wurde 1610 durch ein Erdbeben in Folge eines Vulkanausbruchs voellig zerstoert. Die Stadt wurde neben der damals bereits existierenden Indigo Hauptstadt Subtiva neu errichtet. Zur Kolonialzeit war Leon die Hauptstadt und somit das politisches Zentrum Nicaraguas. Seit je her stehen diese beiden Staedte in starker Konkurrenz zueinander.
Als wir in Granada ankamen war jedoch nichts von schoenen kleinen bunten Kolonialhaeusern zu sehen. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Wir mussten uns erst durch die dreckigen Strassen mit heruntergekommenen Haeusern bis zum Zentrum durchkaempfen. Das Zentrum an sich erinnerte uns an Old San Juan auf Puerto Rico, genau wie man sich eine Kolonialstadt vorstellt. Viele Kirchen, kleine Parks und tolle Haeuser in knallbunten Farben mit interessanten Innenhoefen. Anders als in Old San Juan wechseln hier die Gegenden schlagartig. Die Fassaden der touristischen Altstadt verblassen meist schon in den kleineren Gassen.
Die taeglichen Stromausfaelle waren eine amuesante Erfahrung. Das Gefuehl mitten im Supermarkt zusammen mit hunderten anderer Menschen auf einmal komplett im Dunklen zu stehen, nicht einmal die Hand vor den Augen erkennen zu koennen, war mir voellig fremd. Hier ist das alltaeglich und der Umgang damit ist fuer die meisten Menschen schon zur Rutine geworden. Fuer uns hiess es nur "Wertsachen festhalten".
Nach zwei Tagen ging es dann weiter zur Konkurrenz Leon. Auf dem Weg dorthin haben wir unsere lieb gewonnenen Reisekollegen Chrissie und Johannes leider viel zu schnell verabschieden muessen. Da sie weiter nach Corn Island reisen wollten hiess es fuer sie im Bus nach Managua unerwartet aussteigen und fuer uns sitzenbleiben. Jetzt waren wir erstmals in Zentralamerika auf uns allein gestellt und das ohne spanisch. Trotzdem schlugen wir uns bis nach Leon durch und fanden auch ohne Probleme ein passendes Hostel.
Leon ist noch etwas heruntergekommener als Granada. Ein leicht muffiger Geruch ist hier allgegenwaertig. Es gibt viele alte Kirchen die jedoch schon bessere Tage gesehn haben. Darunter auch die groesste Kathedrale Mittelamerikas. Als Sitz der aeltesten Universitaet des Landes und durch die historisch bedingte politische Rolle war Leon auch revolutionaeres Zentrum. An diese Zeit erinnern unzaehlige Denkmale und Wandgemaelde. Auf den Tag genau 50 Jahre nachdem eine Studentendemonstration hier durch das Militaerregime gewaltsam niedergeschlagen wurde standen wir auf selbigem Platz. Die vier getoeteten Studenten gingen als die Helden von Leon in die Geschichte der Revolution ein. Zu ihrer Gedenken gab es heute ein grosses Strassenfest.
Eigentlich wollten wir auch Leon nach zwei Tagen verlassen und sassen auch schon im Bus nach Guatemala. Jedoch mussten wir auf halben Weg zur Grenze nach Honduras wieder umkehren da diese vorruebergehend gesperrt war.
Ihr wisst ja, ein Mann mit aehnlichem Hut wie meiner, ehemaliger Praesident von Honduras der geputscht wurde weil er ein Gesetz zu seiner Wiederwahl erlassen wollte und aus dem Exil, in Nicaragua, zuruck nach Honduras einreisen wollte, um sich mit seinen Anhaengern zu vereinen und in die Hauptstadt zu ziehen... Puh! In einem Satz erklaert...
Komischerweise hatte sich die Bussgesellschaft nicht ueber die aktuelle Lage informiert obwohl schon am Vortag diese Sperrung bekannt wurde. Selbst wir wussten davon, uns wurde nur immer wieder versichert, dass dieser Buss trotzdem passieren koennte. Umso fremder erschien uns das Verhalten der Einheimischen Mitreisenden, die ohne Murren die Entscheidung akzeptierten umzukehren. Da wir unsere Fahrkarte zurueckbekommen haben war dies rein auf Kosten der Bussgesellschaft.
So eine instabile politische Situation hat uns gerade noch gefehlt vor allem da kein vorbeikommen an Honduras moeglich ist. Es gaebe wohl eine Moeglichkeit sich mit einem Schiff als Fischer verkleidet mit aufgeklebten Baerten an der Pazifikkueste von Insel zu Insel nach El Salvador zu hangeln. Aber ohne spanisch ist auch das zum Scheitern verurteilt. So mussten wir also noch zwei Tage in Leon ausharren bis der Bus den naechsten Versuch starten wollte.
Alles in allem bleibt uns Nicaragua als ein Land mit verschiedensten Eindruecken in Errinnerung. Zum Teil sehr freundliche, hilfsbereite und dankbare Menschen. Auf der anderen Seite viele Bettler, auch Kinder die sich oft auf das Betteln spezialisiert haben. Ein sehr bedrueckendes Gefuehl. Aber auch sehr stolze Menschen die zufrieden sind mit dem was sie haben. Besonders aufgefallen ist mir ein 19 jaehriger junger Mann der in unserem Hostel in der Nachtschicht arbeitet und mir stolz in gebrochenem deutsch sagte "Ich putze Schuhe" in Deutschland unvorstellbar. Die Tatsache, das Nicaragua eines der aermsten Laender der Welt ist bedeutet fuer die meisten hier, dass sie von weniger als 2 US$ pro Tag leben muessen. Kein Wunder also, dass es oeffter zu Diebstaehlen kommt, wenn ein Tourist mit einem Jahresgehalt in Form einer Kamera offen in der Hand durch die Strassen schlaendert. Die Denkweise der Menschen ist ganz unterschiedlich zu unserer Europaeischen. Es gibt hier keine festen Zeiten und auch nicht den staendigen Versuch alles bis ins kleinste Detail zu optimieren. Alles laeuft irgendwie seine Bahnen.
Nach fast zwei Wochen Nicaragua geht es etwas verspaetet auf nach Guatemala (zumindest wenn man dem Bussunternehmen traut)...
Freitag, 24. Juli 2009
Nicaragua - Isla de Ometepe
Der Weg nach Nicaragua führte uns zuerst in die Hauptstadt Costa Ricas "San Jose". Aufgrund der üblichen Buskomplikationen mussten wir dort auch einen Zwischenstopp einlegen bevor es am nächsten Tag zur Mittagszeit mit dem Tica Bus Richtung Grenze ging. Somit hatten wir genug Spielraum um bei einem morgendlichen Spaziergang die Stadt unsicher zu machen. Es ging durch die Fußgängerzone direkt in den nächsten Mc Donalds. Nach der Stärkung drehten wir noch ein Paar runden, holten unsere Sachen aus dem Hostel und fuhren mit den Taxi zum Tica Bus.
Tica Busse sind in ganz Zentral Amerika im Einsatz und haben sich auf das Internationale Personentransportgeschäft spezialisiert. Mit festen Fahrplänen, einem organisierten Gepäcktransport und komfortablen, klimatisierten Reisebussen eine echte Ausnahme hier.
Nach sechs stuendiger Bussfahrt kamen wir an der Grenze an und ließen Costa Rica hinter uns. Dieses Land ist auf jeden Fall eine Reise wert. Gerade Naturbegeisterte kommen hier voll auf ihre Kosten. Unzählige Nationalparks (27% der Landfläche) präsentieren sich hier mit einer unglaublichen Artenvielfalt (Weltweit das Land mit der groessten Artenvielfalt pro Fläche) von Pflanzen und Tieren die man Hautnah erleben kann. Die Mentalität ist ähnlich wie in Panama wenngleich man das Gefühl hat, dass Costa Rica touristischer und auch etwas reicher ist als sein südliches Nachtbarland.
Bevor wir schlussendlich an unserem Ziel "Isla de Ometepe" ankamen, mussten wir noch eine Nacht in Rivas verbringen einer kleinen Stadt direkt am Interamerikaner Highway Nr. 1. Am nächsten Morgen ging es mit dem Boot über den Lago de Nicaragua auf die Vulkaninsel. Bestehend aus den beiden Vulkanen Conception (1610m) und Madera (1347m) sind die ursprünglich getrennten Inseln durch Lavastroeme zusammengewachsen und bilden heute die groesste vulkanische Suesswasserinsel der Erde. Unser kleines Hotel lag genau zwischen den beiden Vulkanen direkt am See.
Auch auf dieser Insel werden, wie fast überall in Zentralamerika, alte Amerikanische Schulbusse, die sogenannten Chicken-Busse, als Haupttransportmittel eingesetzt. Auch hier total ueberfuellt. An einem Morgen wurde wir auf dem Weg zum Bus von einem ca. 75jaehrigen Einheimischen gesegnet, der vor einem Spielplatz saß und uns erzählte, dass dieser Spielplatz durch Spendengelder aus aller Welt gebaut werden konnte. Dafür wollte er sich bei uns bedanken. Der Gedanke ist schön für jeden der in seinem Leben schon einmal eine Spende getätigt hat. Mich jedenfalls brachte er zum schmunzeln. Der Anblick des alten freundlich lächelnden, kleinen Mannes, die gefühlte Dankbarkeit und der kleine bunte Spielplatz im Hintergrund. Einfach ein schoener Moment. Wenngleich wir uns fuer diese Spende natuerlich nicht verantwortlich fuehlten und dem Maennlein dies sicherlich bewusst war. Man kann sich ja schliesslich nicht immer mit Ruhm bekleckern.
Ihr könnt euch ja alle vorstellen, dass wir die Insel nicht verlassen wollten ohne wenigstens einen der beiden Vulkane bestiegen zu haben. Also brachen wir eines Morgens um 6:00 Uhr auf um zusammen mit Chrissie, Johannes und einem einheimischen Guide den groesseren aber niedrigeren Vulkan Madera zu erklimmen. Aufgrund der fehlenden Spitze ist er etwa 250 m niedriger, dafür gibt es jedoch einen Kratersee der auch zu einem erfrischenden Bad einladen sollte. Überhaupt gilt er als die landschaftlich attraktivere Wahl.
Anfangs noch voll motiviert ging es fast die Hälfte der sechs Kilometer langen Strecke im Eilgang nach oben. Zu dieser Zeit interessierten wir uns noch für die Umgebung, die tollen Blicke, die Papageienschwaerme über unseren Köpfen, die kleinen Reis- und Kaffeeplantagen und für jede auch noch so kleine bunte Raupe am Wegrand. Doch dass sollte sich schlagartig ändern. Der Vulkan ist ab einer Hoehe von 700m mit dichtem Regenwald bewachsen. Der Weg wurde immer steiler, enger, nasser und dadurch rutschiger. Dafür wurde aber auch die Sicht schlechter, weil die Spitze normalerweise immer in einer Nebelglocke liegt. Der Trampelpfad war fast unpassierbar. Immer wieder versperrten umgeknickte Bäume den Weg. Knoecheltiefe Matschpfuetzen in denen man immer wieder stecken blieb, erschwerten das Laufen. Lockeres Geröll und rutschige Wurzeln, die man oft nur unter dem Schlamm erahnen konnte machten jeden Schritt zum Spiel mit dem Glück. Seitlich luden ungesicherte Abhaenge gerade dazu ein abzustürzen. Und dem nicht genug, kamen Regen und jede Menge Moskitos hinzu. Warum macht man so etwas freiwillig und zahlt dafuer auch noch Geld? Immer wieder waren wir kurz davor aufzugeben. Meistens wenn ein noch steileres, beziehungsweise gefährlicheres Hindernis überwunden werden musste. Auf so etwas waren wir beim besten Willen nicht vorbereitet. Unsere extrem wandergeeigneten Sneakers mit „Slick“ Profil (also quasi profiellos wegen der besseren Bodenhaftung) machten die Sache komischerweise auch nicht besser. Die einzige Motivation war ein lohnender Blick vom Gipfel. Als wir diesen schließlich total erschöpft erreichten, war uns nicht einmal dieser Blick vergönnt. Man konnte gerade zwischen der üppigen Regenwaldbäumen den Nebel sehen. Der Kratersee hatte für uns völlig an Reiz verloren, denn das Letzte was wir jetzt noch wollten wäre schwimmen zu gehen. Chrissie und Johannes, die beiden Sportstudenten haben sich dann alleine mit dem Guide bis zum See durchgekämpft und wir warteten oben am Gipfel.
Der Abstieg war ebenfalls eine Qual. Die Papageien waren uns nun völlig egal. Der einzige Blick galt dem Weg und die Gedanken waren bei der Dusche im Hotelzimmer. Die Schuhe und Hosen und sogar die Socken waren mittlerweile nass und komplett mit Schlamm durchtraenkt. So kamen wir nach acht Stunden total ausgepauert am Fuß des Berges an. Und alles nur um sagen zu können: "Wir waren oben!".
Für uns gab es am darauf folgenden Tag nur eins. Ruhen. Der schwarze Sandstrand vor unserem Hotel war der geeignete Platz dafür. Baden, lesen, angeln und in Hängematten faulenzen. So wie sonst halt auch nur diesmal war es noch entspannender. Die Tatsache, dass es in diesem See auch eine große Population an bis zu drei Meter langen Bullenhaien gibt störte uns dabei nicht. Außerdem an der Angel wäre das bestimmt ganz lustig. Die Fragen: "Suesswasser? Haie?? hae???" sind durchaus berechtigt und ich muss zugeben, dass ich mir die gleichen gestellt habe. Die Antwort: "Ja! Der Bullenhai ist der einzige Hai der auch im Suesswasser vorkommen kann." klingt doch trotzdem irgendwie komisch. Naja wir haben Ausschau gehalten und denken auch eine Flosse gesehn zu haben. Ganz sicher sind wir allerdings nicht.
Nach fünf tollen Tagen Inselleben geht unsere Reise weiter nach Granada, eine der schönsten Kolonialstädte Nicaraguas...
Tica Busse sind in ganz Zentral Amerika im Einsatz und haben sich auf das Internationale Personentransportgeschäft spezialisiert. Mit festen Fahrplänen, einem organisierten Gepäcktransport und komfortablen, klimatisierten Reisebussen eine echte Ausnahme hier.
Nach sechs stuendiger Bussfahrt kamen wir an der Grenze an und ließen Costa Rica hinter uns. Dieses Land ist auf jeden Fall eine Reise wert. Gerade Naturbegeisterte kommen hier voll auf ihre Kosten. Unzählige Nationalparks (27% der Landfläche) präsentieren sich hier mit einer unglaublichen Artenvielfalt (Weltweit das Land mit der groessten Artenvielfalt pro Fläche) von Pflanzen und Tieren die man Hautnah erleben kann. Die Mentalität ist ähnlich wie in Panama wenngleich man das Gefühl hat, dass Costa Rica touristischer und auch etwas reicher ist als sein südliches Nachtbarland.
Bevor wir schlussendlich an unserem Ziel "Isla de Ometepe" ankamen, mussten wir noch eine Nacht in Rivas verbringen einer kleinen Stadt direkt am Interamerikaner Highway Nr. 1. Am nächsten Morgen ging es mit dem Boot über den Lago de Nicaragua auf die Vulkaninsel. Bestehend aus den beiden Vulkanen Conception (1610m) und Madera (1347m) sind die ursprünglich getrennten Inseln durch Lavastroeme zusammengewachsen und bilden heute die groesste vulkanische Suesswasserinsel der Erde. Unser kleines Hotel lag genau zwischen den beiden Vulkanen direkt am See.
Auch auf dieser Insel werden, wie fast überall in Zentralamerika, alte Amerikanische Schulbusse, die sogenannten Chicken-Busse, als Haupttransportmittel eingesetzt. Auch hier total ueberfuellt. An einem Morgen wurde wir auf dem Weg zum Bus von einem ca. 75jaehrigen Einheimischen gesegnet, der vor einem Spielplatz saß und uns erzählte, dass dieser Spielplatz durch Spendengelder aus aller Welt gebaut werden konnte. Dafür wollte er sich bei uns bedanken. Der Gedanke ist schön für jeden der in seinem Leben schon einmal eine Spende getätigt hat. Mich jedenfalls brachte er zum schmunzeln. Der Anblick des alten freundlich lächelnden, kleinen Mannes, die gefühlte Dankbarkeit und der kleine bunte Spielplatz im Hintergrund. Einfach ein schoener Moment. Wenngleich wir uns fuer diese Spende natuerlich nicht verantwortlich fuehlten und dem Maennlein dies sicherlich bewusst war. Man kann sich ja schliesslich nicht immer mit Ruhm bekleckern.
Ihr könnt euch ja alle vorstellen, dass wir die Insel nicht verlassen wollten ohne wenigstens einen der beiden Vulkane bestiegen zu haben. Also brachen wir eines Morgens um 6:00 Uhr auf um zusammen mit Chrissie, Johannes und einem einheimischen Guide den groesseren aber niedrigeren Vulkan Madera zu erklimmen. Aufgrund der fehlenden Spitze ist er etwa 250 m niedriger, dafür gibt es jedoch einen Kratersee der auch zu einem erfrischenden Bad einladen sollte. Überhaupt gilt er als die landschaftlich attraktivere Wahl.
Anfangs noch voll motiviert ging es fast die Hälfte der sechs Kilometer langen Strecke im Eilgang nach oben. Zu dieser Zeit interessierten wir uns noch für die Umgebung, die tollen Blicke, die Papageienschwaerme über unseren Köpfen, die kleinen Reis- und Kaffeeplantagen und für jede auch noch so kleine bunte Raupe am Wegrand. Doch dass sollte sich schlagartig ändern. Der Vulkan ist ab einer Hoehe von 700m mit dichtem Regenwald bewachsen. Der Weg wurde immer steiler, enger, nasser und dadurch rutschiger. Dafür wurde aber auch die Sicht schlechter, weil die Spitze normalerweise immer in einer Nebelglocke liegt. Der Trampelpfad war fast unpassierbar. Immer wieder versperrten umgeknickte Bäume den Weg. Knoecheltiefe Matschpfuetzen in denen man immer wieder stecken blieb, erschwerten das Laufen. Lockeres Geröll und rutschige Wurzeln, die man oft nur unter dem Schlamm erahnen konnte machten jeden Schritt zum Spiel mit dem Glück. Seitlich luden ungesicherte Abhaenge gerade dazu ein abzustürzen. Und dem nicht genug, kamen Regen und jede Menge Moskitos hinzu. Warum macht man so etwas freiwillig und zahlt dafuer auch noch Geld? Immer wieder waren wir kurz davor aufzugeben. Meistens wenn ein noch steileres, beziehungsweise gefährlicheres Hindernis überwunden werden musste. Auf so etwas waren wir beim besten Willen nicht vorbereitet. Unsere extrem wandergeeigneten Sneakers mit „Slick“ Profil (also quasi profiellos wegen der besseren Bodenhaftung) machten die Sache komischerweise auch nicht besser. Die einzige Motivation war ein lohnender Blick vom Gipfel. Als wir diesen schließlich total erschöpft erreichten, war uns nicht einmal dieser Blick vergönnt. Man konnte gerade zwischen der üppigen Regenwaldbäumen den Nebel sehen. Der Kratersee hatte für uns völlig an Reiz verloren, denn das Letzte was wir jetzt noch wollten wäre schwimmen zu gehen. Chrissie und Johannes, die beiden Sportstudenten haben sich dann alleine mit dem Guide bis zum See durchgekämpft und wir warteten oben am Gipfel.
Der Abstieg war ebenfalls eine Qual. Die Papageien waren uns nun völlig egal. Der einzige Blick galt dem Weg und die Gedanken waren bei der Dusche im Hotelzimmer. Die Schuhe und Hosen und sogar die Socken waren mittlerweile nass und komplett mit Schlamm durchtraenkt. So kamen wir nach acht Stunden total ausgepauert am Fuß des Berges an. Und alles nur um sagen zu können: "Wir waren oben!".
Für uns gab es am darauf folgenden Tag nur eins. Ruhen. Der schwarze Sandstrand vor unserem Hotel war der geeignete Platz dafür. Baden, lesen, angeln und in Hängematten faulenzen. So wie sonst halt auch nur diesmal war es noch entspannender. Die Tatsache, dass es in diesem See auch eine große Population an bis zu drei Meter langen Bullenhaien gibt störte uns dabei nicht. Außerdem an der Angel wäre das bestimmt ganz lustig. Die Fragen: "Suesswasser? Haie?? hae???" sind durchaus berechtigt und ich muss zugeben, dass ich mir die gleichen gestellt habe. Die Antwort: "Ja! Der Bullenhai ist der einzige Hai der auch im Suesswasser vorkommen kann." klingt doch trotzdem irgendwie komisch. Naja wir haben Ausschau gehalten und denken auch eine Flosse gesehn zu haben. Ganz sicher sind wir allerdings nicht.
Nach fünf tollen Tagen Inselleben geht unsere Reise weiter nach Granada, eine der schönsten Kolonialstädte Nicaraguas...
Mittwoch, 22. Juli 2009
Costa Rica - Tortuguero
Wir sind am naechsten Morgen um 6:00 Uhr aufgebrochen um den 6Uhr30 Bus nach Port Leon zu erwischen. An der Bushaltestelle angekommen stellten wir zu unserem erstaunen fest, dass laut Fahrplan kein Bus zu dieser Zeit fahren sollte. Hatten uns etwa die zahlreichen Backpacker und auch die hilfsbereiten Angestellten unseres Hostels diesbezueglich Fehlinformationen gegeben um uns, gemeiner Weise, extra frueh aus den Federn zu holen? Nein. Der Bus steht nur nicht auf dem Fahrplan und hatte sich um 15 Minuten verspaetet (damit haette man doch rechnen muessen!). Gluecklicherweise waren wir durch einen Regenschauer dazu gezwungen an der Bushaltestelle zu verweilen.
Nach der eineinhalb stuendigen Busfahrt ging es mit dem Taxi zu unserem Boot, dass uns innerhalb von vier Stunden nach Tortuguero bringen sollten. Es ging durch ein System von Wasserstrassen mitten durch den Regenwald parallel zur Karibikkueste. Unser Bootsfuehrer machte immer wieder halt um uns die Artenvielfalt dieser Region naeher zu bringen. Es begegneten uns viele verschiedene Vogelarten, Fledermaeuse, zahlreiche Echsen und Leguane, Schmuckschildkroeten, Krokodile und Kaimane, Affen und Faultiere und sogar ein Ameisenbaer der am Ufer nach etwas Fressbarem suchte. So hatten wir bereits am Ende unserer Bootstour alles gesehen, was dieses Gebiet so lohnenswert macht, inklusive der starken Niederschlaege.
Trotz Regenkleidung machten wir uns vollkommen durchnaesst zusammen mit Chrissie und Johannes auf die Suche nach einer Bleibe. Wir entschlossen uns fuer ein kleines Guesthouse direkt am Ufer der Wasserstrasse in dem wir auch die folgenden drei Naechte blieben.
Tortuguero ist eine kleine Stadt auf einer schmalen lang gezogenen Insel. Auf der einen Seite ein langer schwarzer Sandstrand und das raue karibische Meer, das wegen der vielen Haie und der starken Stroemung nicht zum schwimmen geeignet ist, und auf der anderen Seite ein weit verzweigtes System aus natuerlichen Brackwasserkanaelen. Die Verbindungen zwischen dem Hauptkanal und dem Meer begrenzen die Laenge der Insel.
Von unserem Steg hatten wir einen tollen Blick entlang des Ufers und im Wasser unter uns schwammen einige meist kleine Fische die man aus den deutschen Zierfischhandlungen kennt. Einer der vielen Brackwasserkugelfische schwamm nach laengerer Ueberzeugungsarbeit in die selbst gebaute Plastiktuetenfalle und wurde erst nach einem Photoshooting wieder unversehrt zurueckgesetzt.
Ein absolutes muss auf dieser Insel ist eine naechtliche Strandtour bei der man Wasserschildkroeten bei der Eiablage beobachten kann. Die Touren sind gut organisiert und entgegen unserer Erfahrungen sehr auf das wohl der Tiere bedacht. Es sind weder Taschenlampen noch Video- oder Fotokameras gestattet. Jeder Besucher wird registriert und darf nur in gefuehrten Gruppen den Strand betreten. Im Preis ist standardmaessig eine Spende zum Schutz der Schildkroeten enthalten. Um 21:30 Uhr ging es fuer uns los und schon bei der Ankunft am Strand erfuhr unser Guide per Funk dass eine Schildkroete in der Naehe von einem Scout gesichtet wurde. Fuer uns ein riesen Glueck da es erstens nicht selbstverstaendlich ist ueberhaupt eine Schildkroete zu sehen und zweitens die Tour auf zwei Stunden begrenzt ist und wir nicht auf eine Schildkroete warten mussten. Als wir dann schliesslich bei der Schildkroete ankamen hatte diese, 150kg schwere "gruene Schildkroete", bereits ein ein Meter tiefes zwei Meter langes und eineinhalb Meter breites Loch gegraben indem sie lag. Bei diesem bis zu einer Stunde langen Vorgang sind keine Besucher gestattet, da die Schildkroete in dieser Zeit sehr scheu ist und bei der kleinsten Stoerung wieder im Meer verschwindet. Eine Schildkroete dieser groesse (1,5 mal 1 Meter) legt bis zu 140 Tischtennisball grosse Eier und wir waren dabei. Einfach fantastisch. Anschliessend werden die Eier eingegraben und die Schildkroete schleppt sich zurueck ins Meer. Alles was nach diesem zwei Stunden Kraftakt bleibt ist eine groessere Kule im Sand, 140 Eier in ein Meter Tiefe und zwei Kriechspuren die etwas einer Panzerspur aehneln. Mitte September werden dann viele kleine Schildkroeten das Licht (bei Nacht) der Welt erblicken und instinktiv in Richtung Meer aufbrechen.
Dem Ruf, das naesseste Gebiet Costa Ricas zu sein, wurde Tortuguero auf alle Faelle gerecht. Jeden Tag gab es mehrere heftige Regenschauer, die genauso schnell endeten wie sie begannen. Mit den tollen Erlebnissen im Kopf machten wir uns wieder auf den Weg mit dem Ziel Nicaragua...
Nach der eineinhalb stuendigen Busfahrt ging es mit dem Taxi zu unserem Boot, dass uns innerhalb von vier Stunden nach Tortuguero bringen sollten. Es ging durch ein System von Wasserstrassen mitten durch den Regenwald parallel zur Karibikkueste. Unser Bootsfuehrer machte immer wieder halt um uns die Artenvielfalt dieser Region naeher zu bringen. Es begegneten uns viele verschiedene Vogelarten, Fledermaeuse, zahlreiche Echsen und Leguane, Schmuckschildkroeten, Krokodile und Kaimane, Affen und Faultiere und sogar ein Ameisenbaer der am Ufer nach etwas Fressbarem suchte. So hatten wir bereits am Ende unserer Bootstour alles gesehen, was dieses Gebiet so lohnenswert macht, inklusive der starken Niederschlaege.
Trotz Regenkleidung machten wir uns vollkommen durchnaesst zusammen mit Chrissie und Johannes auf die Suche nach einer Bleibe. Wir entschlossen uns fuer ein kleines Guesthouse direkt am Ufer der Wasserstrasse in dem wir auch die folgenden drei Naechte blieben.
Tortuguero ist eine kleine Stadt auf einer schmalen lang gezogenen Insel. Auf der einen Seite ein langer schwarzer Sandstrand und das raue karibische Meer, das wegen der vielen Haie und der starken Stroemung nicht zum schwimmen geeignet ist, und auf der anderen Seite ein weit verzweigtes System aus natuerlichen Brackwasserkanaelen. Die Verbindungen zwischen dem Hauptkanal und dem Meer begrenzen die Laenge der Insel.
Von unserem Steg hatten wir einen tollen Blick entlang des Ufers und im Wasser unter uns schwammen einige meist kleine Fische die man aus den deutschen Zierfischhandlungen kennt. Einer der vielen Brackwasserkugelfische schwamm nach laengerer Ueberzeugungsarbeit in die selbst gebaute Plastiktuetenfalle und wurde erst nach einem Photoshooting wieder unversehrt zurueckgesetzt.
Ein absolutes muss auf dieser Insel ist eine naechtliche Strandtour bei der man Wasserschildkroeten bei der Eiablage beobachten kann. Die Touren sind gut organisiert und entgegen unserer Erfahrungen sehr auf das wohl der Tiere bedacht. Es sind weder Taschenlampen noch Video- oder Fotokameras gestattet. Jeder Besucher wird registriert und darf nur in gefuehrten Gruppen den Strand betreten. Im Preis ist standardmaessig eine Spende zum Schutz der Schildkroeten enthalten. Um 21:30 Uhr ging es fuer uns los und schon bei der Ankunft am Strand erfuhr unser Guide per Funk dass eine Schildkroete in der Naehe von einem Scout gesichtet wurde. Fuer uns ein riesen Glueck da es erstens nicht selbstverstaendlich ist ueberhaupt eine Schildkroete zu sehen und zweitens die Tour auf zwei Stunden begrenzt ist und wir nicht auf eine Schildkroete warten mussten. Als wir dann schliesslich bei der Schildkroete ankamen hatte diese, 150kg schwere "gruene Schildkroete", bereits ein ein Meter tiefes zwei Meter langes und eineinhalb Meter breites Loch gegraben indem sie lag. Bei diesem bis zu einer Stunde langen Vorgang sind keine Besucher gestattet, da die Schildkroete in dieser Zeit sehr scheu ist und bei der kleinsten Stoerung wieder im Meer verschwindet. Eine Schildkroete dieser groesse (1,5 mal 1 Meter) legt bis zu 140 Tischtennisball grosse Eier und wir waren dabei. Einfach fantastisch. Anschliessend werden die Eier eingegraben und die Schildkroete schleppt sich zurueck ins Meer. Alles was nach diesem zwei Stunden Kraftakt bleibt ist eine groessere Kule im Sand, 140 Eier in ein Meter Tiefe und zwei Kriechspuren die etwas einer Panzerspur aehneln. Mitte September werden dann viele kleine Schildkroeten das Licht (bei Nacht) der Welt erblicken und instinktiv in Richtung Meer aufbrechen.
Dem Ruf, das naesseste Gebiet Costa Ricas zu sein, wurde Tortuguero auf alle Faelle gerecht. Jeden Tag gab es mehrere heftige Regenschauer, die genauso schnell endeten wie sie begannen. Mit den tollen Erlebnissen im Kopf machten wir uns wieder auf den Weg mit dem Ziel Nicaragua...
Costa Rica - Puerto Viejo
Schon beim verlassen des Hostels in Bocas waren wir nicht mehr alleine. Wir hatten uns mit zwei Deutschen Backpackern (Chrissie und Johannes) aus der Naehe von Koeln zusammen getan, die auch nach Costa Rica reisen wollten. Chrissie hatte Spanisch auf Lehramt studiert und so sollte die Kommunikation kein Problem darstellen. Ein Taxi brachte uns zur Grenze. Dort angekommen fuehlten wir uns jedoch eher wie illegale Einwanderer. Die sogenannte "Grenze" war eher eine alte stillgelegte Eisenbahnbruecke vor der man uns absetzte. Die klapprige, stark korrodierte Stahlkonstruktion fuehrte in guter Hoehe ueber einen Fluss, der die natuerliche Grenze zu Costa Rica ist. Neben den Gleisen wurden Holzbretter ausgelegt um die Bruecke ueberhaupt fuer Fussgaenger passierbar zu machen. Gleiche waren aber auch die Spuren fuer allerlei Kraftfahrzeuge vom normalen PKW bis hin zum schwersten Bananentransporter. Als wir schliesslich diese Huerde genommen hatten und uns wieder in Sicherheit wogen, wies man uns, an der eher freiwilligen Einreisestation, freundlich darauf hin, dass wir vor der Einreise einen Ausreisestempel aus Panama braeuchten, den es auf der anderen Brueckenseite gibt. Also zurueck und das ganze nochmal...
Von der Grenze ergab sich fuer uns die gute Gelegenheit mit einem Sammeltaxi bis zu unserem Ziel, Puerto Viejo, zu kommen und dafuer nur den normalen Busstarif zu bezahlen. Dank Chrissies Spanisch hatten wir so drei Stunden Bussfahrt gespart.
Schon bei der Ankunft wurde uns klar, dass wir im naechsten Surfer Eldorado gelandet waren. Viele junge Leute, Backpacker aus aller Welt und eine sehr lockere Lebenseinstellung. Der Spruch eines Deutsch – Costaricaners, der uns an der Rezeption des Hostels unsere Zimmerschluessel aushaendigte, beschreibt die Stimmung ganz gut. "Marihuana ist hier illegal und wird auch sehr hart bestraft ! (hier darf man sich einen ernsten Blick und eine kleine Sprechpause vorstellen) Aber wenn ihr was braucht dann kommt zu mir. (Jetzt eher ein laecheln)" Das wir darueber lachten scheinte ihn eher zu verwirren.
Wir besuchten am darauf folgenden Tag den Cahuita Nationalpark zusammen mit Chrissie und Johannes. Ein super Ausflug und am Ende der sieben Kilometer langen Strecke entlang der Kueste hatten wir wieder einige Urwaldbewohner mehr gesehn. Darunter riesige leuchtende Schmetterlinge in allen erdenklichen Farben und Formen, mehrere verschieden Eidechsen und Gecko Arten, grossese Spinnen, Tucane und sogar Affen. Das hatte sich gelohnt.
Eine Radtour am naechsten Tag bis nach Manzanillo (16km suedlich, entlang der Kueste) ergaenzte diese Liste noch um einige Faultiere, die man hier oeffter in den Baumkronen entdecken kann. Diese haben, so wie es scheint, die Lebensweise der Costaricaner uebernommen - oder andersrum. Immer locker bleiben und nur nicht zu schnell. Kleiner Scherz am Rande, aber im Grunde... Auf dem Weg machten wir immer wieder kleine Badepausen an schoenen aber doch gut besuchten Straenden.
Natur Pur und so soll es auch bleiben. Unser naechstes Ziel ist der Tortuguero Nationalpark der hier als der "kleine Amazonas" bekannt ist. Los gehts ...
Von der Grenze ergab sich fuer uns die gute Gelegenheit mit einem Sammeltaxi bis zu unserem Ziel, Puerto Viejo, zu kommen und dafuer nur den normalen Busstarif zu bezahlen. Dank Chrissies Spanisch hatten wir so drei Stunden Bussfahrt gespart.
Schon bei der Ankunft wurde uns klar, dass wir im naechsten Surfer Eldorado gelandet waren. Viele junge Leute, Backpacker aus aller Welt und eine sehr lockere Lebenseinstellung. Der Spruch eines Deutsch – Costaricaners, der uns an der Rezeption des Hostels unsere Zimmerschluessel aushaendigte, beschreibt die Stimmung ganz gut. "Marihuana ist hier illegal und wird auch sehr hart bestraft ! (hier darf man sich einen ernsten Blick und eine kleine Sprechpause vorstellen) Aber wenn ihr was braucht dann kommt zu mir. (Jetzt eher ein laecheln)" Das wir darueber lachten scheinte ihn eher zu verwirren.
Wir besuchten am darauf folgenden Tag den Cahuita Nationalpark zusammen mit Chrissie und Johannes. Ein super Ausflug und am Ende der sieben Kilometer langen Strecke entlang der Kueste hatten wir wieder einige Urwaldbewohner mehr gesehn. Darunter riesige leuchtende Schmetterlinge in allen erdenklichen Farben und Formen, mehrere verschieden Eidechsen und Gecko Arten, grossese Spinnen, Tucane und sogar Affen. Das hatte sich gelohnt.
Eine Radtour am naechsten Tag bis nach Manzanillo (16km suedlich, entlang der Kueste) ergaenzte diese Liste noch um einige Faultiere, die man hier oeffter in den Baumkronen entdecken kann. Diese haben, so wie es scheint, die Lebensweise der Costaricaner uebernommen - oder andersrum. Immer locker bleiben und nur nicht zu schnell. Kleiner Scherz am Rande, aber im Grunde... Auf dem Weg machten wir immer wieder kleine Badepausen an schoenen aber doch gut besuchten Straenden.
Natur Pur und so soll es auch bleiben. Unser naechstes Ziel ist der Tortuguero Nationalpark der hier als der "kleine Amazonas" bekannt ist. Los gehts ...
Mittwoch, 15. Juli 2009
Bocas del Toro
Wie schon erwaehnt haben wir uns zusammen mit sieben Österreichern in Richtung Bocas del Toro, einem Naturschutzgebiet an der Karibikkueste nahe der Grenze zu Costa Rica, auf den Weg gemacht. Da der Nonstop Nachtbus ausgebucht war mussten wir einen Express Bus um 00:00 Uhr von Panama – City nach David nehmen (sechs Stunden) und dann einen Linienbus (vier Stunden) nach Almirante, der wie gewohnt total ueberfuellt war. Dort ging es mit dem Wassertaxi weiter nach Bocas del Toro. Die Stadt liegt auf Isla Colon, der groessten Insel des Bocas Archipels. Wir fanden auch gleich eine passende Unterkunft in zentraler Lage.
Diese Stadt ist eine Surfer Hochburg mit jeder Menge Bars und guenstigen Hostels. Bei Bierpreisen zwischen 0.5 und 1em US$ kann man den Tag auch mal etwas laenger ausklingen lassen.
Wir beschlossen einen Bootstrip zu den nahe gelegenen Inseln zu unternehmen. Es ging zuerst zum Delfin beobachten in die Dolfin – Bay. Dort war es wirklich sehr touristisch. Boote ueber Boote voller Traveler wurden dorthin gekarrt und mitten drin wir beide und die sieben Oesterreicher. Wir sind von einem eher privaten Trip ausgegangen und waren deshalb etwas enttaeuscht. Gesehn haben wir die Delfine natuerlich trotzdem aber die konnten einem eher leid tun so stark wurden sie von den Booten bedraengt. Der zweite Stopp war ein kleines Riff an dem wir zum Schnorcheln ausgesetzt wurden. Auch das eher ueberlaufen und fuer uns Schnorchelverwoehnte kein wirkliches Highlight. Der Stopp am Red Frog Beach, einem der hier bekannten Traumstraende war fuer uns auch nur wegen der giftigen, sehr seltenen, kleinen roten Froesche attraktiv und selbst die wurden einem von einem Einheimischen Jungen auf einem Blatt praesentiert. Auch der letzte Stopp an einem weiteren Schnorchelspot konnte diesen Ausflug nicht mehr retten. Einzig und allein der Preis von 15US$ pro Person fuer einen Ganztagsausflug und die Tatsache, andere Inseln des Archipels gesehn zu haben, brachten dem Ausflug in der B-Note ein "ganz OK" ein. Am schoensten war die Bootsfahrt an sich durch die immer gruenen Mangrovenwaelder.
Der naechste Tag war verregnet. Gerade recht um die Oesterreicher zu verabschieden die weiter nach Costa Rica zogen und deren Spuren wir bald folgen werden. Bis zu diesem Tag hatte sich Panama nicht wirklich ueberzeugend praesentiert, was sich aber schon am naechsten Morgen aendern sollte. Trotz der Warnungen vor vielen Sandfloehen ging es am besagten Morgen auf zum Starfish Beach, der fuer seine zahlreichen Seesterne bekannt ist. Schon die Bussfahrt quer durch den Regenwald der Insel lohnte sich. Und bei der Ankunft erwartete uns ein echter Traumstrand. Anders als bisher gingen die Palmen hier wirklich bis ins Wasser. Im Hintergrund war keine Strandpromenade, keine Strassen oder Hotels sondern Regenwald der in einen Palmenwald ueberging. Kleine Baeche muendeten ins Meer und wir waren fast alleine. Genau dieser Anblick hatte uns hier bislang gefehlt und entlohnte uns fuer die lange Reise nach Bocas del Toro.
Schliesslich hatten wir doch noch gefunden was wir gesucht hatten und konnten erleichtert weiter nach Costa Rica ziehen. Letztendlich hat sich Panama fuer uns als ein Land mit wenigen aber dafuer sehr attraktiven Highlights praesentiert, deren Suche sich durch aus lohnt. Um Land und Leute richtig kennen zu lernen muessten wir viel besser spanisch sprechen und das wird uns in Zentralamerika oeffter so gehen. Ausserdem sind die meisten Travelrouten, wie schon gesagt, sehr ueberlaufen von Backpackern aus der ganzen Welt und die Einheimischen haben sich auf diese neue Einnahmequelle spezialisiert. Deshalb ist es schwer das wirkliche Panama kennen zu lernen. Lediglich die Busfahrt von David nach Almirante, mitten durch Panamas Waelder, ueber Berge mit tollen Ausblicken und ueber zahlreiche Fluesse, vorbei an vielen kleinen Doerfern war Panama pur. Wir hielten in fast allen davon um neue Fahrgaeste aufzunehmen. Die kleinen, einfachen Holzhuettchen mit Stroh oder Wellblechdaechern sind meist auf Holzpfaelen erbaut um einerseits kein teures Fundament zu brauchen und andererseits aus Schutz vor Ungeziefer. Trotz der hohen Armut hatte man das Gefuehl die Menschen sind gluecklich und zufrieden mit dem was sie haben. Keine Spur vom deutschen Konkurrenzdenken.
Diese Stadt ist eine Surfer Hochburg mit jeder Menge Bars und guenstigen Hostels. Bei Bierpreisen zwischen 0.5 und 1em US$ kann man den Tag auch mal etwas laenger ausklingen lassen.
Wir beschlossen einen Bootstrip zu den nahe gelegenen Inseln zu unternehmen. Es ging zuerst zum Delfin beobachten in die Dolfin – Bay. Dort war es wirklich sehr touristisch. Boote ueber Boote voller Traveler wurden dorthin gekarrt und mitten drin wir beide und die sieben Oesterreicher. Wir sind von einem eher privaten Trip ausgegangen und waren deshalb etwas enttaeuscht. Gesehn haben wir die Delfine natuerlich trotzdem aber die konnten einem eher leid tun so stark wurden sie von den Booten bedraengt. Der zweite Stopp war ein kleines Riff an dem wir zum Schnorcheln ausgesetzt wurden. Auch das eher ueberlaufen und fuer uns Schnorchelverwoehnte kein wirkliches Highlight. Der Stopp am Red Frog Beach, einem der hier bekannten Traumstraende war fuer uns auch nur wegen der giftigen, sehr seltenen, kleinen roten Froesche attraktiv und selbst die wurden einem von einem Einheimischen Jungen auf einem Blatt praesentiert. Auch der letzte Stopp an einem weiteren Schnorchelspot konnte diesen Ausflug nicht mehr retten. Einzig und allein der Preis von 15US$ pro Person fuer einen Ganztagsausflug und die Tatsache, andere Inseln des Archipels gesehn zu haben, brachten dem Ausflug in der B-Note ein "ganz OK" ein. Am schoensten war die Bootsfahrt an sich durch die immer gruenen Mangrovenwaelder.
Der naechste Tag war verregnet. Gerade recht um die Oesterreicher zu verabschieden die weiter nach Costa Rica zogen und deren Spuren wir bald folgen werden. Bis zu diesem Tag hatte sich Panama nicht wirklich ueberzeugend praesentiert, was sich aber schon am naechsten Morgen aendern sollte. Trotz der Warnungen vor vielen Sandfloehen ging es am besagten Morgen auf zum Starfish Beach, der fuer seine zahlreichen Seesterne bekannt ist. Schon die Bussfahrt quer durch den Regenwald der Insel lohnte sich. Und bei der Ankunft erwartete uns ein echter Traumstrand. Anders als bisher gingen die Palmen hier wirklich bis ins Wasser. Im Hintergrund war keine Strandpromenade, keine Strassen oder Hotels sondern Regenwald der in einen Palmenwald ueberging. Kleine Baeche muendeten ins Meer und wir waren fast alleine. Genau dieser Anblick hatte uns hier bislang gefehlt und entlohnte uns fuer die lange Reise nach Bocas del Toro.
Schliesslich hatten wir doch noch gefunden was wir gesucht hatten und konnten erleichtert weiter nach Costa Rica ziehen. Letztendlich hat sich Panama fuer uns als ein Land mit wenigen aber dafuer sehr attraktiven Highlights praesentiert, deren Suche sich durch aus lohnt. Um Land und Leute richtig kennen zu lernen muessten wir viel besser spanisch sprechen und das wird uns in Zentralamerika oeffter so gehen. Ausserdem sind die meisten Travelrouten, wie schon gesagt, sehr ueberlaufen von Backpackern aus der ganzen Welt und die Einheimischen haben sich auf diese neue Einnahmequelle spezialisiert. Deshalb ist es schwer das wirkliche Panama kennen zu lernen. Lediglich die Busfahrt von David nach Almirante, mitten durch Panamas Waelder, ueber Berge mit tollen Ausblicken und ueber zahlreiche Fluesse, vorbei an vielen kleinen Doerfern war Panama pur. Wir hielten in fast allen davon um neue Fahrgaeste aufzunehmen. Die kleinen, einfachen Holzhuettchen mit Stroh oder Wellblechdaechern sind meist auf Holzpfaelen erbaut um einerseits kein teures Fundament zu brauchen und andererseits aus Schutz vor Ungeziefer. Trotz der hohen Armut hatte man das Gefuehl die Menschen sind gluecklich und zufrieden mit dem was sie haben. Keine Spur vom deutschen Konkurrenzdenken.
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